Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: US-Finanzminister heizt die Schuldenfrage an

Internationaler Markt

Der US-Finanzminister bekannte gestern, dass die USA bereits Mitte Oktober zahlungsunfähig seien. Der Umstand als solcher wirkt absurd. Die US-Regierung weiß die Notenbank an ihrer Seite, die zurzeit ohne Begrenzung US-Schulden übernimmt. Allerdings sind die USA einer gesetzlichen, absoluten Schuldenobergrenze unterworfen. Damit sind neue Schulden nicht möglich. Es sei denn, die politische Klasse der USA einigt sich auf ein Gesetz, das neue Schulden erlaubt. Bisher ist das immer passiert und so wird es wohl auch diesmal sein. Die verhärteten Fronten könnten aber dazu führen, dass die USA ihre bisher guten Schuldnerbewertungen verlieren, weil die Einigung nicht rechtzeitig oder nur verworren erreicht wird. Dies ließe den Dollar international im Wert fallen. Das hört sich für den deutschen Verbraucher zunächst gut an, weil wir unsere Rohstoffe international in Dollar abrechnen. Wird der Dollar billiger, wird Heizöl billiger. Diese Verlockung endet allerdings bereits schnell. Denn weil die nächste Ersatzwährung neben Gold das Öl ist, steigen normalerweise die Ölpreise, wenn der Dollar fällt. Es bliebe bei einem Nullsummenspiel für Deutschland als Energieimporteur.

Derweil benötigen wir auch keinen Lärm um Nichts, denn die reale Ölversorgung ist laut der neuesten Erhebungen durch das DOE (Department of Energy) mehr als gut. Die US-Bestände nehmen überraschend stark zu. Die Nachfrage ist gering. Das DOE und das API (American Petroleum Institute) gaben im Einzelnen folgende Zahlen bekannt:

Rohöl: +2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,6 (DOE) bzw. 0,7 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank deutlich auf 90 Prozent. Der Verbrauch blieb hinter den Erwartungen zurück, so dass die Zahlen preisdrückend wirken.

An den Ölbörsen geht es weiter, wie es gestern aufhörte. Weitere Preisnachlässe sind nicht ausgeschlossen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 912,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,38 Dollar und in London zu 108,21 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 73,96 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Der Heizölpreis läuft dem Abwärtstrend davon. Dabei ist der Preis bereits circa 10 Prozent günstiger als im Vorjahr. Sie stehen kurz davor auch günstiger als vor zwei Jahren zu werden. Das belebt den Binnenmarkt. Abzulesen ist dies an längeren Lieferzeiten. Viele Verbraucher nutzen die Gunst der Stunde. Dies ist auch berechtigt, weil eine so starke Einsparung gegenüber dem Vorjahr kaum zu erwarten war. Wir möchten wegen der Bedeutung aktueller Informationen auf unsere Heizölpreise-App für Smartphones hinweisen, die Ihnen überall und jederzeit einen Überblick über die Preise liefert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik bestätigt
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran will über sein Atomprogramm reden
Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen wieder aufnehmen
Irak meldet Inbetriebnahme eines neuen Ölfelds
Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken

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