Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: USA bewegen heute nichts

Internationaler Markt

Die Neuigkeiten sind eingepreist. Marktbestimmende Nachrichten wird es heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben. Die New Yorker Finanzszene macht Kurzurlaub. In den USA wird Unabhängigkeitstag gefeiert.

Das angekündigte Wunder von Libyen legte die Gasölnotierungen gestern noch etwas tiefer. Rohölpapiere hielten ihr Niveau. Jetzt muss aus dem Plan, die Öllieferungen durch die Öffnung zweier Häfen nennenswert zu steigern, nur noch Realität werden. Die positive Unsicherheit wird die Finanzszene in der nächsten Woche weiterbeschäftigen.

Wie zu erwarten war, wurde bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm keine Einigung erzielt. Immerhin, die Parteien behielten die Kontenance, so dass sie sich auch nach Ablauf der aktuellen Staffel um eine Lösung bemühen können. Sie bekommen ein halbes Jahr Verlängerung. Momentan geht es nur noch um die Fixierung des Status quo. Für den Markt bedeutet das nicht mehr aber auch nicht weniger Öl.

Die Ukraine liefert keine Schlagzeilen. Hurrikan Arthur an der Ostküste der USA verletzt vermutlich niemanden. Und gemischte Wirtschaftsdaten rauschen an den ins Wochenende fliehenden Finanzjongleuren vorbei. Die Lust, jetzt noch eine Preisbewegung zu handeln, geht gegen Null.

Heute Morgen zeigt insbesondere die Gasölnotierung extreme Ermüdungserscheinungen. Bei den Rohölnotierungen könnten im Laufe des Tages irgendwelche Glückritter die Gunst der geringen Anwesenheit der elektronischen Trader für Kurskapriolen zu nutzen versuchen. Wilde Ausschläge, wenn sie denn kommen sollten, würden Montag bereinigt werden. Die Tonne Gasöl kostet 900,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 103,94 Dollar und in London zu 111,07 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3602 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben erneut nach. Nun kommen sie in den Bereich der unteren Grenze des kurzfristigen Aufwärtstrends. Damit kommt die Frage, hält er oder fällt er, in Sichtweite.

Im Binnenmarkt sehen wir moderat wachsendes Kaufinteresse. Entsprechend tendiert die Anzeige in unserem Heizölkauf-Barometer nach oben. Über eine mögliche Überforderung der Transportkapazitäten muss man sich derzeit aber keine Sorgen machen. Damit gibt es auch keine Bestrebungen, die Preise durch höhere Margen zu belasten.

Trotz des erfreulichen Preisrückgangs lässt unser mathematisches Tiefpreis-System noch kein Kaufsignal erwarten. Das heißt aber nicht, dass ein Kauf derzeit falsch wäre. Wenn ein leerer Tank befüllt werden muss, sollte man den Preisrückgang der letzten Tage als Einladung zur Bestellung verstehen. Unsere Leser schätzen die kurzfristige Preisentwicklung sehr positiv ein. Wer es sich aufgrund des Füllgrades im Tank leisten kann, spekuliert folglich auf tiefere Preise. Wenn man sich des Risikos bewusst ist und die Preisbildung eng verfolgt, ist das eine ratsame Einstellung.

Der aktuelle Preisrückgang steht immer noch im Rang einer Gegenbewegung zum Aufwärtstrend der letzten Wochen. Als Abwärtstrend können wir ihn nicht interpretieren. Um einen solchen zu erzeugen, bedarf es einer grundlegenden Änderung mindestens eines Krisenfaktors, zum Beispiel der dauerhaften Steigerung der libyschen Öllieferungen. Schauen wir mal, ob es so kommt. Anlass zur Hoffnung auf noch günstigeres Heizöl bietet allerdings die längerfristige Preisbetrachtung. Sie zeigt einen Abwärtstrend an. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten beiden Jahre liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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