Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: USA will Rohöl liefern

Internationaler Markt

Die USA erleben einen Öl- und Gasboom, der ihre Energiebedürfnisse für lange Zeit befriedigen wird. Sie sind auf dem besten Weg, unabhängig von Energieimporten zu werden. Nun beginnen sie sogar mit dem Export von Rohöl. So ungefähr werden die offiziellen Verlautbarungen in unseren Medien wiedergegeben.

Fakt ist allerdings, dass das Land seinen Ölbedarf derzeit nur zu gut 50 Prozent decken kann. Eine Vollversorgung ist aus heutiger Sicht niemals zu erwarten. Der Export von Rohöl wird nach einem etwa 40 Jahre währenden Verbot erstmals zwei US-Unternehmen gewährt. Sie müssen das Öl zuvor für eine kurze Verarbeitung durch eine Raffinerie schicken. Damit bekommt es den Status Ölprodukt. Ölprodukte waren nie vom Export ausgeschlossen. Bei den betreffenden Rohölen handelt es sich um sehr liquide Sorten, für die es in den USA keine Verarbeitungsanlagen gibt. Raffinerien sind dort für den Umgang mit dickflüssigem Rohöl ausgelegt, so dass sie unter anderem den bitumartigen Rohstoff Venezuelas verarbeiten können.

Der Einstieg der USA in den Rohölexport wird die Preise allenfalls auf Tagesbasis ein wenig zum Schwingen bringen. Ein nennenswerter Preisrückgang ist damit nicht zu haben.

Der könnte eher durch eine Annäherung der „Schutzmächte“, Russland, EU und USA, im Ukrainekonflikt ausgelöst werden. Konkret lässt Wladimir Putin wissen, dass er kein eigenes Interesse an einem militärischen Eingreifen in der Ostukraine hat. Das erleichtert den Beteiligten, in einen Dialog zu treten. Es löst aber nicht den Gaskonflikt, bei dem die Ukraine nach wie vor nicht willens ist, ihre Schulden zu begleichen. Und es verhindert nicht, dass Separatisten die ausgerufene Waffenruhe brechen. Gegen terroristische Exzesse ist auch Putin machtlos.

Der Irak trägt aktuell nichts zum Preisgeschehen bei. Man wartet ab, wie sich die Lage dort entwickelt. Die bereits aufgelaufene Risikoprämie bleibt fast unverändert erhalten. Gleiches gilt für Libyen.

Über Wirtschaftsdaten, von denen es fast täglich reichlich gibt, lohnt es an dieser Stelle nicht zu schreiben. Sie sind widersprüchlich und wechselhaft. Einen trendigen Einfluss üben sie nicht aus. In den meisten Industrienationen laufen die Ökonomien aus Sicht ihrer Beurteiler mehr schlecht als recht, so dass Erwartungen immer wieder enttäuscht, bisweilen aber auch mal übererfüllt werden.

Heute Morgen tanzen die Ölnotierungen auf dem erhöhten Niveau der letzten Tage auf und ab. Etwas Veränderung könnten allenfalls die US-Bestandsdaten bringen, die heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehen. Die Tonne Gasöl kostet 932,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,67 Dollar und in London zu 114,23 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3607 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie folgen damit den Vorgaben der internationalen Ölbörsen. Derzeit ist die Marke von 80 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt bei 3.000 Liter Liefermenge wieder das Maß der Preise. Das war sie bereits zu Jahresbeginn für längere Zeit.

Der Binnenmarkt ist eingeschlafen. Bestellungen kommen nur in homöopathischen Dosen herein, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Selbst große Rabatte in den Preisen können kein Leben in den Markt bringen, da sie im Vergleich zu den Steigerungen der letzten beiden Wochen gering sind.

Das mathematische Tiefpreis-System steht weit von jedwedem Kaufsignal entfernt. Kaufgründe können nur die momentane Freude über ein wenig Verbilligung im Zusammenhang mit einem leeren Tank oder die Sorge vor der Fortsetzung der Preissteigerung sein. Da unsere Leser die Preisentwicklung wieder positiver einschätzen und nachgebende Preise erwarten, verliert die Sorge als Kaufgrund offensichtlich an Bedeutung.

Die aktuelle Verbesserung der Preise ist eine Gegenbewegung zum Aufwärtstrend der letzten zwei Wochen. Die Trends bleiben dabei unverändert erhalten. Um sie zu brechen, bedarf es einer grundlegenden Änderung mindestens eines Einflussfaktors. Anlass zur Hoffnung auf Besserung bietet allerdings die längerfristige Sicht. Sie zeigt nach wie vor einen Abwärtstrend an. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise knapp unter dem Niveau der letzten beiden Jahre liegen. Sie sind trotz der bedrohlichen Ereignisse nicht davongeflogen. Dass das noch geschehen kann, ist nicht in Gänze ausgeschlossen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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