Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ukraine - Putin, Deflation - Draghi

Internationaler Markt

Gestern beherrschten die Politik und die Charttechnik die Ölpreise. Daneben ist noch eine Spekulation gegen den Euro zu nennen. Zunächst stiegen die Ölnotierungen höher in den Handel ein als sie ihn am Vortag verließen. Allein dieser Umstand weist auf eine eher bullische Stimmung im Markt hin. Danach spielte die Charttechnik, denn die Realität, die erste Geige. Als Reaktion auf die vorherigen Verluste, die als zu stark empfunden wurden, stieg der Ölpreis an. Politisch bleibt die Krise in der Ukraine das bestimmende Thema. Die Entspannungssignale, die aus Russland gesendet wurden, verfingen noch nicht. Sollte der russische Präsident Putin Recht behalten und die OSZE-Mitarbeiter in Kürze frei kommen und sollte Russland seine Truppen von der Grenze zur Ukraine abziehen, dann gäbe es eine begründete Hoffnung auf eine baldige Entspannung auch bei den Ölpreisen. Neben dieser politischen Episode könnten sich die heute zur Veröffentlichung anstehenden US-Lagerbestände als Impulsgeber erweisen. Erwartet wird ein geringer Anstieg. Fällt er stärker aus, käme ein weiterer bärischer Einfluss hinzu.

Gegen den Euro wird derzeit spekuliert. Die Wetten werden auf den Verbraucherpreisindex in Deutschland abgeschlossen. Dieser wird heute veröffentlicht. Hintergrund sind die letzten Äußerungen des EZB-Chefs Draghi, der bei der Bekanntgabe der letzten Zinsentscheidung nicht müde wurde zu betonen, dass die EZB bereit sei, sehr schnell gegen deflationäre Tendenzen vorzugehen. Die Preissteigerungen in Deutschland werden als zu gering empfunden. Das nährt die Hoffnungen der Finanzszene, die EZB könne demnächst eine expansivere Geldpolitik verfolgen. Diese vagen Spielereien führten bereits gestern zu einem Kursverlust gegenüber dem Dollar. Sollte die EZB tatsächlich aktiv werden, würde diese Schwächung mindestens bestätigt, wenn nicht verstärkt.

Die Charttechnik bleibt nach wie vor uneinheitlich und wirkt sich lediglich als Verstärker in die eine wie in die andere Richtung aus. Heute Morgen erkennen wir allerdings noch keinen Beleg dafür. Die Tonne Gasöl kostet 915,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,46 Dollar und in London zu 108,67 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,44 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen heute Morgen leicht an. Sie folgen den Vorgaben der Ölnotierungen und des schwachen Euros. Der Binnenmarkt bleibt in Bewegung und ist belebter als in den Tagen zuvor. Insgesamt ist die Nachfrage vergleichsweise schwach. Deswegen bleiben die Heizölpreise im Online-Handel rabattiert. Nach unserem Tiefpreis-System sind die Heizölpreise (mathematisch) keine Kaufpreise. Die weitere Entwicklung wird von unseren Nutzern freundlicher als zuletzt eingeschätzt. Kurzfristig zeigt der Trend leicht nach oben. Der mittelfristige Abwärtstrend ist noch intakt. Unsere Empfehlung: Wer gezwungen ist, Heizöl zu kaufen, soll wissen, dass der Heizölpreis immer noch deutlich günstiger ist als Ende April der letzten drei Jahre. Wer noch etwas warten kann, muss auf ein baldiges Ende der Ukraine-Krise hoffen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Konflikt wird immer heißer
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Libysches Öl könnte bald wieder in kleinen Dosen fließen
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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