Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ukraine wird heißer

Internationaler Markt

Soldaten der ukrainischen Armee sterben in einem Hinterhalt von ost-ukrainischen Separatisten. Die Ölnotierungen ziehen im Verlauf des Tages weiter an. Sie reagieren auf die gestiegene Unsicherheit in der Ukraine. Auch wenn bis jetzt kaum ein vernünftiger Mensch glaubt, dass es zu einem militärischen Konflikt zwischen Russland und der Nato kommt, so treiben die Protagonisten die Situation allmählich auf die Spitze. In der Vorbereitung auf die Wahl am 25. Mai werden die diplomatischen Spielräume enger, während immer mehr Todesopfer zu beklagen sind. Sollte sich Russland noch vor der Wahl für die Aufnahme von Donezk in die Russische Föderation entscheiden, dann öffnet es die Schleusen für weitere Wechsel anderer Regionen und sendet ein starkes Zeichen in Richtung aller, die eine Spaltung der Ukraine wollen. Dies wiederrum kann die ukrainische Regierung nicht dulden. In den Medien werden derweil Propaganda-Schlachten geschlagen, in denen US-Kräfte aktiv gegen russische Kräfte in der Ukraine kämpfen. Die Ölbörsen erhöhen als Reaktion darauf die Risiko-Aufschläge.

Die Situation ist verfahren, die Lage scheint aussichtslos. Die wahrscheinlichste Lösung wird sein, dass die EU tief in die Tasche wird greifen müssen, um den Kompromiss-Vorschlag des Kremls zu bezahlen. Der Vorschlag ist auf dem Tisch. Die Ukraine soll ein stark föderalistischer Staat werden. Eine spätere Umgestaltung ist offen. Diese Lösung muss schnell besiegelt werden, damit das Morden und Sterben auf beiden Seiten aufhört. Denn werden die menschlichen Opfer größer, wird eine Aussöhnung oder auch nur eine konstruktive Kommunikation der örtlichen Parteien immer schwerer.

Auch der Euro leidet unter der immer schwierigeren Lage in der Ukraine. Am 2. Juni kann es mit den Gaslieferungen an die Ukraine vorbei sein. Dann ist auch die EU vom russischen Gas abgeschnitten. Die EU kann dies nicht zulassen und wird entsprechenden Druck auf Kiew ausüben, damit Kiew entsprechend einlenkt. Das bedeutet eine weitere Belastung der aufgrund der Staatsschuldenkrise angeschlagene EU. Die Ukraine und die EU scheinen wie die Verlierer in einem Spiel, dass sie nicht in der Lage sind zu spielen.

Charttechnisch stehen die Signale auf Kauf. Allerdings haben die Ölnotierungen auch technisch bereits viel Raumgewinn erzielen können.

Heute Morgen bleiben die Ölnotierungen auf hohem Niveau. Die Tonne Gasöl kostet 911,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,02 Dollar und in London zu 109,45 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3717 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich wenig, steigen aber unaufhörlich. Die Entwicklung an den Öl- und Devisenmärkte lassen keine andere Richtung zu. Der Binnenmarkt hält sich zurück. In dieser Situation hält sich das Kaufinteresse stark zurück. Unsere Nutzer und unser Tiefpreissystem geben keinen Anlass jetzt zu kaufen. Auch der Abwärts-Trend bleibt intakt und unsere Nutzer meinen mehrheitlich, dass die Heizölpreise wieder sinken müssten. Wir denken ebenfalls, dass politische Preise kurze Beine haben. Wer auf eine Abwärtsreaktion auf die letzten Preissteigerungen setzt, braucht Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine kommt nicht aus der Krise
EU dreht an Sanktionsschraube
Libysche Ölindustrie kommt nicht auf die Beine

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Moskau zu Zusammenarbeit mit OSZE bereit
Mehr Öl aus der Nordsee im Juni
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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