Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Und sie läuft doch nicht

Internationaler Markt

Wohlklingende Zahlen aus der großen Bibliothek der Konjunkturerforschung haben eher den Charakter von Durchhalteparolen als von seriösen Erkenntnissen über den Stand der Wirtschaft. Solche Zahlen werden genannt, korrigiert, verworfen und wieder genannt. Die bejubelten Zahlen vom Donnerstag waren am Freitag bereits Makulatur. Der letzte Datensatz zeichnet ein enttäuschendes Bild vom US-Arbeitsmarkt. Finanzjongleure leiten daraus eine schwache Ölnachfrage ab. In Kürze werden sicher wieder gute Arbeitsmarktzahlen erscheinen. Das wird in der Logik der Finanzszene zu mehr Ölkonsum führen. Die Notenbank macht den Irrsinn mit. Ihr Chef Ben Bernanke wechselt die Zustandsbeschreibung der US-Konjunktur ebenfalls zyklisch. Verbunden sind die Deutungen mit Spekulationen über die lockere Geldpolitik seiner FED. Dabei macht die simple Logik zur Rettung des kaputten Geld- und Finanzsystems jedwede Spekulation über die Geldspritzen überflüssig. Zur Aufrechterhaltung des Systems sind sie obligatorisch und unabhängig vom Stand der Wirtschaft. Daraus folgt, dass es einen immanenten Kursauftrieb für die Ölpapiere gibt. Gestört wird dieser durch die üppige Angebotslage auf dem physischen Markt und durch zyklische Stimmungen zu den Kalamitäten. Nach dem jüngsten Börsenjubel sollte nun wieder eine skeptische Phase folgen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie glätten das nervöse Börsengeschehen und bilden aus dem Auf und Ab einen gleitenden Durchschnitt. Im Binnenmarkt tut sich wenig. Gleichwohl ist ein Preisauftrieb durch die Vorlieferanten zu vernehmen. Möglicherweise erwarten sie steigende Preise und nehmen diese vorweg. Aktuell liegt der Heizölpreis in der Mitte des kurzfristigen Aufwärtstrends und am oberen Rand des mittelfristigen Abwärtstrends. Das ist keine Konstellation, die positive Erwartungen für Verbraucher wecken kann. Für den Jahresverlauf sehen wir die Lage auf Grund der guten Versorgung dennoch recht positiv. Wer sich über den jüngsten Preisanstieg ärgert, sei darauf hingewiesen, dass Heizöl immer noch deutlich billiger ist als vor einem Jahr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Serie freundlicher Konjunkturdaten
Spannungsbedingte (sozial, politisch) Ausfälle in wichtigen Ölstaaten
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Rohölbedarf soll deutlich steigen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Schwache US-Konjunkturdaten
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Produktenangebot soll deutlich steigen
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen