Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Vielfältige Einflüsse

Internationaler Markt

Russland und die Ukraine, das ist ein großes Thema für die Medien, aber ein kleines Thema für die Finanzszene. Geopolitisch sind die russischen Interessen oder treffender formuliert Putins Interessen recht klar und bedingt bedrohlich. Finanz- und wirtschaftspolitisch sind diesen Interessen allerdings Schranken gesetzt. Wenn Russland am globalen Wohlstandsstreben einigermaßen erfolgreich teilnehmen will, alles andere ist für Finanzjongleure undenkbar, kann es sich keine militärische Auseinandersetzung leisten. Ein Beutezug würde die wirtschaftliche Lage des Landes nicht stärken, sondern schwächen. Statt eines Waffengangs erwartet die Finanzszene die Einstellung russischer Gaslieferungen in die Ukraine. Auf diese würde sie zu gegebener Zeit bullisch reagieren. Dem gut versorgten Ölmarkt wird das kaum Schaden zufügen.

Aktuell diskutiert man an den Börsen schwache Wirtschaftsdaten aus China, durchwachsene Arbeitsmarktzahlen aus den USA, Skepsis zum Erfolg der Atomverhandlungen mit dem Iran und die wenig erfreuliche Entwicklung in Libyen. Während die diskreditierende Haltung der USA gegenüber dem Iran die Aussicht auf ein Ende des Ölboykotts schwinden lässt, steigt die kurzfristige Chance auf etwas mehr Öl aus Libyen mit dem Machtgewinn abtrünniger Bevölkerungsgruppen, die ihr Öl selbst vermarkten wollen. Langfristig droht hier allerdings ein Konflikt, der das Land und die Ölwirtschaft vollständig ruinieren kann. Gleichwohl sieht es derzeit vielversprechend für die Fortsetzung rückläufiger Ölpreise aus. Hierfür stehen vor allen Dingen die relative Wirtschaftsschwäche Chinas und das nahe Ende der tiefen Temperaturen in den USA.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise tendieren abwärts. Die Ölnotierungen zeigten am Freitag zwar ein kurzes bullisches Zwischenspiel. Aktuell laufen sie aber wieder in die freundliche Richtung. Der Binnenmarkt ist weiterhin entspannt. Es ist genug Ware da und der Handel bemüht sich um jeden Kunden, damit die Fuhrparks hinreichend bewegt werden können. Die Lage hält die Margen zum Vorteil der Verbraucher flach. Die Aussichten für noch günstigere Heizölpreise sind recht gut. Wer darauf spekuliert, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer Spekulation ablehnt, sollte einfach Heizöl ordern. Die Preise sind bereits gut. Zuletzt waren sie im August 2011 tiefer als heute. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Unruhen in Venezuela
Produktionsausfälle im Südsudan

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturdaten aus China
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Winter in den USA läuft aus

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