Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: War nur ein Test

Internationaler Markt

Vor drei Wochen bebte die Finanzszene, weil Ben Bernanke, Chef der FED, ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik andeutete. Panikartig wurden Papiere verkauft. Kurse brachen ein. Mittlerweile haben sich die Akteure beruhigt und sind zum business as usual zurückgekehrt, das heißt, sie sorgen wieder für steigende Aktien- und Ölnotierungen. Seit gestern weiß man, dass sie nach der Logik der Finanzmärkte damit richtig liegen. Die FED plante gar nicht, ihre Geldpolitik in diesem Jahr zu ändern. Das lockere Geld wird mindestens so lange fließen, bis die Arbeitslosenquote in den USA auf 6,5 Prozent gefallen ist. Das geht aus dem letzten Sitzungsprotokoll des zuständigen FED-Ausschusses hervor. Der Chef selbst ging gestern Abend sogar noch weiter. Er deutete an, dass die Niedrigzinsphase auch bei tieferen Arbeitslosenquoten fortgesetzt werden könnte. Damit sagte er das Gegenteil dessen, was die Zuhörer vor drei Wochen verstanden hatten.

Nun kommt, was kommen muss. Die Ölnotierungen steigen in die Höhe. Das muss allerdings nicht zum Schaden hiesiger Verbraucher sein, denn die Dollarnotierungen knicken gleichzeitig ein. Schließlich herrscht Währungswettbewerb. Was auf der FED-Sitzung vor drei Wochen besprochen wurde, ist im Protokoll verbrieft. Ob Bernanke vor drei Wochen bereits die Intention hatte, die er gestern andeutete, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist aber, dass diese erst durch die Bekräftigung der totalen Fokussierung von Mario Draghis EZB auf den Euro-Erhalt und die damit verbundene lockere Geldpolitik initiiert wurde. Die Notenbanker kämpfen im Namen ihrer Exportwirtschaften um die billigste Währung.

Der Rest des gestrigen Tages war belangloses Beiwerk. Das betrifft sogar die beeindruckenden US-Bestandsdaten. Sie brechen regelrecht ein. Zum zweiten Mal in Folge wurde ein außergewöhnlicher Rückgang der Rohölvorräte zu Protokoll gegeben. Damit sind sie binnen zwei Wochen um fünf Prozent gefallen. Die Gesamtbestände sind allerdings noch höher als vor einem Jahr. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden berichtenden Organisationen, meldeten folgende Zahlen über die wöchentliche Lagerbewegung:

Rohöl: -9,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -9,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 9,5 (DOE) bzw. 9,7 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt weiterhin 92 Prozent. Die Zahlen sind stark. Weit bewegender sind aber die Einlassungen der Notenbanken. Der US-Benzinverbrauch ist in der letzten Woche übrigens ein wenig gestiegen. Das ist in Zeiten rückläufigen Konsums nicht gewöhnlich. Zum Bewegen der Benzinnotierungen war diese bullische Meldung schließlich doch noch geeignet.

Heute Morgen ziehen die Ölnotierungen aufwärts. Die Aktien werden folgen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 918,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 107,20 Dollar und in London zu 108,70 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,46 Eurocent. Die Werte zeigen einen deutlichen Anstieg zur Vorwoche.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Der stürzende Dollar übertrifft die steigenden Ölnotierungen. Der Binnenmarkt ist ruhig und ohne Preiseinfluss. Die weiteren Preisaussichten sind durchwachsen. Immerhin ist die Gefahr davon galoppierender Heizölpreise begrenzt. Ein Rückgang ist angesichts der beliebigen Gelddruckerei aber auch nicht zu erwarten. Die Sache wird wohl auf eine seitwärtsgerichtete Preisentwicklung hinauslaufen. Im kurzfristigen Bereich liegt derzeit sogar ein Aufwärtstrend vor. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Es gibt kein Ende der lockeren Geldpolitik
US-Bestandsdaten
Ägypten ist ein Problemfall
Rohölbedarf soll deutlich steigen
Einige kleine Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Fallender Dollar
Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Produktenangebot soll deutlich steigen
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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