Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Warten auf Unterschrift

Internationaler Markt

Großes kündigt sich an. Finanzjongleure geben sich dennoch ungewöhnlich verhalten. Entweder hat sie der Mut verlassen, mit ein paar coolen Deals die Ölbörsen und damit die Preise zackig zu bewegen, oder sie suchen schon Ostereier. Wie dem auch sei, wenn es so kommen sollte, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow in der Nacht meldete, sind die Aussichten für einen schönen Abwärtsrutsch der Ölpreise hervorragend.

Lawrow verkündete die Einigung im Atomstreit mit dem Iran. Seine an den Verhandlungen beteiligten Amtskollegen dementieren noch. Sie geben sich allerdings zuversichtlich. Die Angelegenheit bleibt das Topthema des Tages. Ebenfalls heiß gehandelt werden die Einnahme einer Militärbasis im Jemen durch die Huthi-Rebellen und, wie immer an einem Mittwoch, die US-Bestandsdaten.

Ganz sicher ist man sich also noch nicht, ob der Pakt mit Teheran geschlossen wird. Unsicher ist man sich auch über den Zeitpunkt, an dem im Fall der Übereinkunft das im Iran gebunkerte Öl in den Markt gelangt. Man rechnet immerhin mit einem Schwall und mit dem Aufbau der Förderung zu alter Stärke. Allein daraus dürfte eine Angebotserhöhung von über Million Barrel pro Tag resultieren. Zwischen dem nun anstehenden Vertragsabschluss und der Überschwemmung des Ölmarkts sind noch technische Details zu klären. Dazu sind weitere Verhandlungen mit einem derzeit unbekannten Zeitplan nötig.

Im Jemen haben die Rebellen eine für die Ölwelt delikate militärische Stellung samt Waffen erobert. Das hätte besser nicht passieren sollen. Sie befindet sich an der engsten Stelle zwischen dem Golf von Aden und dem roten Meer, der Zufahrt zum Suezkanal. Dort könnten die Rebellen nun doch die vor Tagen erwähnte Störung der Öltransporte initiieren.

Die US-Bestände steigen und steigen. Sowohl die US-Tanklager als auch die US-Ölförderung sind auf Jahrhunderthochs. Die dürften weiter ausgebaut werden. Heute Nachmittag wissen wir mehr.

Insgesamt überwiegen die bärischen Impulse. Vollkommen frei von bullischem Treiben ist die Preisbewegung aber nicht. Der von vielen erwartete Abgang der Öl- und Heizölpreise ist kein Selbstlauf. Heute Morgen tut sich diesbezüglich so gut wie gar nichts an den Ölbörsen. Stattdessen zeigt der Dollar nach zwei starken Tagen wieder Schwäche. Den gestrigen Anstieg stellte er bereits glatt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 522,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 47,41 Dollar und in London zu 54,97 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9278 Euro . Damit kostet der Euro 1,0778 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise schwingen gemächlich abwärts, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Die reale Marktlage sollte eigentlich für etwas mehr Schwung sorgen. Aber mal bockt der Dollar, mal die Börsenruhe der Osterzeit. Die Ereignisse des Tages könnten nun allerdings doch noch für Zählbares sorgen.

Im Binnenmarkt geht es bisher ruhig zu. Bestellungen kleckern verhalten herein. Was bleibt, sind Hoffnungen auf tiefere Preise. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem deutlichen Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Preisbeobachter werden sich vermutlich vom mathematischen Tiefpreis-System in ihrer Kaufzurückhaltung bestätigt fühlen. Außer in der Region Berlin zeigt es keine Kaufsignale. Anderswo werden diese definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist wie immer nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung befindet sich nach unserer Einschätzung in einer 55/45 Situation für fallende Preise.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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