Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Weitergehen oder Drehen

Internationaler Markt

Der Ölpreis fällt von einem Tief zum nächsten. Der Fachmann staunt darüber und der Laie wundert sich. Nachdem Heizen in diesem Jahr durch den milden Winter billiger wurde, wird es im bevorstehenden Winter durch den erodierenden Ölpreis begünstigt. Es gab Zeiten, da wurde eine vergleichbare Lage von Politik und Wirtschaft goutiert. Heute hören wir die EZB über unzureichende Inflation jammern, zu der die Ölpreise einen spürbaren Teil beitragen. Dafür müssen Verbraucher kein Verständnis aufbringen.

Verständnis ist allenfalls für die Sorge vieler Öl produzierender Länder um ihre Staatshaushalte angebracht. Da drohen neue Instabilitäten. Das zu verhindern, sollte die Sache der OPEC sein. Aber dem Kartell fehlt der Gemeinschaftssinn. Derzeit kämpft jedes Mitgliedslands im Eigeninteresse um Marktanteile. Das geschieht über den Preis. Nach Saudi Arabien gewähren Iran und Irak ebenfalls Rabatte. In Venezuela ist man sauer. Dort wird ein Ölpreis von 100 Dollar pro Barrel dringend gebraucht. Der OPEC-Vertreter des Landes fordert ein Sondertreffen und eine tiefere Quote. Entschuldigung Herr Ramirez, was soll eine tiefere Quote bewirken, wenn schon die aktuelle missachtet wird? Und es kommt für Sie noch schlimmer. Einige Länder bauen ihren Export weiter aus, z.B. Libyen.

Aus den besser gestellten Kreisen der OPEC ist zu hören, dass der Preisverfall möglicherweise erst im Bereich der Kosten für amerikanisches Fracking-Öl zum Stillstand kommt. Das wäre dann zwischen 75 und 80 Dollar der Fall. Vielleicht haben die Ölproduzenten in den nächsten Tagen etwas Glück. China meldete besser als erwartete Wirtschaftsdaten. Dadurch könnte der Konjunkturpessimismus ein wenig gedämpft werden und der Ölpreis steigen. Mehr als ein Strohhalm ist dieser Gedanke sicher nicht für die vollkommen vom Öl abhängigen Volkswirtschaften.

Nachdem die Ölnotierungen am Freitag aufwärts drehten, deutet heute Morgen nichts darauf hin, dass die China-Nachricht in der Lage ist, den Kurs fortzusetzen. Im Gegenteil, der Freitagsanstieg wurde teilweise annulliert. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 762,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 84,70 Dollar und in London zu 88,98 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7889 Euro . Damit kostet der Euro 1,2674 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise haben den rasanten Absturz gestoppt. Gegenüber Freitag ist ein kleiner Anstieg aufgelaufen. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt aber immer noch einen unfassbar freundlichen Preis und einen steilen Abwärtstrend.

Der Binnenmarkt ist gut belebt aber keinesfalls von einer Bestellflut überrollt. Die könnte nun allerdings mit der kleinen Preiswende einsetzen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht schon früh am Morgen am Höchstwert.

Aber auch die Einschätzung zur Preisentwicklung steht auf einem sehr hohen Wert. Unsere Leser erwarten mehrheitlich noch tiefere Preise. Daraus schließen wir, dass eine nennenswerte Zahl von potenziellen Kunden bereitsteht, demnächst zu ordern.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt erneut ein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden und steht nicht im Widerspruch zur Preiseinschätzung der Leser. Wer auf noch tiefere Preise setzt, sollte das Geschehen eng verfolgen, um nicht von einer größeren Gegenbewegung überrascht zu werden.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Der Satz mutet in diesen Tagen, da die Preise einen echten Absturz zeigen, deplatziert an. Er muss aber gerade in so einem Moment unterstrichen werden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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