Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Wenn friedlich dann gut

Internationaler Markt

Das Wochenende war gut. Die auf die Ölbörsen übertragenen Spannungen aus der Krim-Krise lösten sich, nachdem es der OSZE gelang, die Zustimmung Russlands für die Entsendung einer Beobachterkommission in die Ukraine zu erlangen. Sie wird als friedfertige Geste interpretiert. Die Notierungen gaben am Freitagabend nach. Heute Morgen starten sie noch tiefer in die Woche, da China erneut ein wichtiges Konjunkturdatum unterhalb der Erwartungen verkünden musste. Die jüngsten Scharmützel russischer und ukrainischer Militärteile auf der Krim werden dagegen nicht preiswirksam. Sobald Ratio die Emotionen sticht, was nicht im Geschäftsinteresse massenmedialer Kommunikation liegt, verliert der Krim-Konflikt sein preistreibendes Potenzial. In solchen Momenten schwadronieren Finanzexperten schon mal von einem tiefgreifenden Preisverfall der Ölnotierungen aufgrund der überversorgten Marktlage. Das geschieht nicht ohne ein wenig Häme gegen das öl- und gasstrotzende Russland. Sachlich betrachtet ist der moderate Abwärtstrend der Ölnotierungen trotz des kurzen Anstiegs in der letzten Woche intakt.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben wieder nach. Sie folgen damit den Ölnotierungen. Aus dem Binnenmarkt kommt kein nennenswerter Preiseinfluss. Alles in allem steht die Nachfrage recht ausgewogen zum Heizölangebot. Einzig ein paar Nachfragespitzen aufgrund der teilweise besorgniserregenden Meldungen von der Krim brachten kurzzeitigen Stress ins Spiel. Wenn die Woche so verläuft, wie sie heute beginnt, dürfte das kein Thema mehr sein. Die Aussichten wären in dem Fall wieder freundlich, denn der Grundtenor gilt nach wie vor: Das globale Angebot ist größer als die Nachfrage. Wer auf fallende Heizölpreise spekuliert, benötigt Risikobewusstsein, ein wenig Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahe Informationen. Wer umgehend ordern muss, weil sein Tank oder seine innere Unruhe das fordern, findet derzeit Preise vor, die im Vergleich zu den letzten Jahren wirklich gut sind. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: US-Konjunktur soll gut laufen (Aussage FED)
Libyen droht zu zerreißen
Unruhen in Venezuela

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Zweifel an Chinas Konjunktur
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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