Unseren neuen Kommentar für den 26.06.17 finden Sie hier.


Heizölpreise: Wettbewerb schenkt sich nichts

Internationaler Markt

Die OPEC bekam mit dem Ölpreisanstieg im letzten Jahr umfangreiche Vorschusslorbeeren auf die geplante Produktionskürzung. Der ultimative Preissprung erfolgte Anfang Dezember mit der Kürzungszusage wichtiger Förderländer, die nicht dem Kartell angehören. Dann wartete die Welt mit einer gehörigen Portion Zweifel auf die Umsetzung der Ankündigungen. Ende Januar deutete sich an, dass die Kürzungsallianz funktioniert. Die Ölpreise stiegen gleichwohl nicht weiter an, da die Förderbeschränkungen mit den Vorschusslorbeeren als abgegolten galten.

Nach einem preisstabilen Zwischenspiel im Februar, bei dem eine schwächere globale Nachfrageentwicklung und eine stark wachsende US-Produktion diskutiert wurden, zeigten sich Anfang März Defizite der zuvor hoch gelobten Kürzungsallianz. Als schließlich eine Serie von US-Bestandsmeldungen erahnen ließ, dass das OPEC-Programm nicht dem Minimalziel einer deutlichen globalen Bestandsreduzierung gerecht wird, verpuffte ein Teil der letzten Preisgewinne in einem Anflug von Panik unter den Finanzjongleuren.

Mittlerweile ist die Verpuffung zum Stillstand gekommen. Die Gemengelage scheint aber immer noch brisant zu sein. In der Finanzszene diskutiert man Lage und Ausblick am Ölmarkt kontrovers. Da sind auf der einen Seite die stetig steigende Anzahl von Bohrgeräten in den USA, der ein erheblicher Anstieg der Produktion folgen muss, und die Ankündigung einer nicht minder umfangreichen Erhöhung der irakischen Ölförderung. Eine Vielzahl kleiner Ausbauprogramme in diversen Ländern komplettiert das Bild. Auf der anderen Seite ist da die Skepsis hinsichtlich jedweder Produktionssteigerung für den Fall, dass die Ölpreise nennenswert unter 50 Dollar pro Barrel fallen sollen. Darüber hinaus wird schon wieder mit Ankündigungen wie im letzten Jahr gespielt. Dieses Mal geht es um eine Verlängerung der im Juni auslaufenden Kürzungsprogramme.

Prinzipiell ist die Diskussion nicht neu. Sie wird aber täglich mit neuen Feinheiten angereichert, so dass sich ein waberndes Bild der Lage ergibt, das trefflich für Spekulationen geeignet ist. Es sind solche Lagen, die Wortschöpfern zu Stilblüten wie Postfaktischem und alternativen Fakten ermutigen.

Dem Börsengeschehen ist auch heute Morgen nicht zu entlocken, ob es einen weiteren Abwärtssprung der Ölpreise geben wird. Derzeit deutet sich eher die Fortsetzung des Seitwärtstrends auf abgesenktem Niveau an. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 48,36 Dollar und das Barrel Brent zu 51,48 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 456,25 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,9279 Euro . Damit kostet der Euro 1,0773 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich kaum. Gleichwohl sieht es in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz so aus, als sollten sie stetig sinken. Und selbst die 12-Monats-Ansicht mit ihrem undefinierbaren Trend lässt tiefere Heizölpreise erahnen. Aber Vorsicht, die Vorgaben der Ölbörsen geben diese Interpretation nicht her. In den letzten Tagen wurde die Bewegung lediglich vom zeitweise sinkenden Dollar getragen.

Der Binnenmarkt zeigt sich belebter als in den letzten Wochen. Käufer lassen sich durch den jüngsten Preisnachlass zu Bestellungen hinreißen. Spekulativ eingestellte Beobachter hoffen auf weiter sinkende Heizölpreise. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind mehrdeutig. Im kurzfristigen Zeitintervall (3 Monate) geht es steil abwärts. Mittelfristig (12 Monate) wird gerade eine Schlacht um die Zukunft ausgefochten, nach deren Entscheidung alle Richtungen möglich sind. Das ergibt sich aus der Trendformation des Dreiecks. Längerfristig (36 Monate) liegt ein Aufwärtstrend vor. Langfristig (60 und 120 Monate) weisen die Trends abwärts. Insgesamt hat sich die Basis, die die Hoffnung auf einen Preisabgang trägt, deutlich aufgehellt.

Das mathematische Tiefpreis-System meldet in allen Regionen Kaufsignale. Das ist ein klares Statement.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Aufgrund der uneinschätzbaren zukünftigen Preisentwicklung raten wir in diesem Fall zur Eindeckung mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter). So bleibt die Chance erhalten, gegebenenfalls an einem weiteren Preisabgang teilzuhaben.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom

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