Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Wetten, dass sie sich bewegen

Internationaler Markt

Man muss schon ein gestandener Bulle sein, um trotz der Versorgungslage an steigenden Ölpreisen mitzuarbeiten. Derzeit prasseln von allen Seiten Meldungen über zusätzliche Ölangebote herein. Saudi Arabien erhöht, Oman erhöht, USA erhöhen und selbst Libyen, das als Ölproduzent eigentlich erledigt ist, hat wieder Öl im Angebot. Nicht alle Offerten werden kurzfristig Abnehmer finden. Dazu ist einfach zu viel Rohöl im Markt. Das ist wahrlich kein Umfeld für Preisanstieg.

Die Finanzszene ist anderer Meinung. Sie setzt auf den Abbau der Explorationsgeräte in den USA. Ihre Zahl ist in den letzten vier Monaten auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2011 gefallen. Sollte sich am Trend nichts ändern, könnte die Förderung ab Ende des Jahres tatsächlich sinken. Deutlich früher könnten sich Engpässe in der Heizölversorgung der USA offenbaren. Ursächlich dafür wären sehr kalte Temperaturen und ein Raffineriearbeiterstreik, von dem 19 Prozent der landesweiten Kapazitäten betroffen sind. Im Wesentlichen basieren diese Wetten auf Konjunktiven.

Dennoch reißen sie heute Morgen die Heizölpreise in den USA in die Höhe. Die Gasölnotierungen folgen dem Geschehen uninspiriert. Das gilt noch stärker für Rohölnotierungen, die es tendenziell abwärts zieht, die sich aber dem bullischen Moment bedingt fügen. Uninspiriert wirkt auch der Dollar. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 582,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 50,64 Dollar und in London zu 60,17 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8802 Euro . Damit kostet der Euro 1,1361 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise zeigen heute Morgen etwas Drang nach oben, wie in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu erkennen ist. Dieser Drang hat keine globale Komponente. Er wird den Preisen aus Gegebenheiten des US-amerikanischen Binnenmarkts übergeholfen.

In unserem Binnenmarkt ist wenig los. Das Interesse an Heizöl sinkt. Dabei wird dennoch gekauft und gehofft. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen das entsprechend an. Das eine steht auf einem relativ hohen Wert für die Kaufbereitschaft der überschaubaren Interessenten, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben den Spontankäufern sind also noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur noch in den längerfristigen Bereichen abwärts. Diese Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Heizölpreise nicht unbedingt nahe, die noch bestehende Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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