Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Wir werden die Krim-Krise nicht los

Internationaler Markt

Für unseren wichtigsten und stets verlässlichen Energiepartner Russland wird in diesen Tagen gemäß der Logik massenmedialer Klassifizierungen, gut – böse, Gewinner – Verlierer, schuldig – nicht schuldig, Täter – Opfer, Freund – Feind, die Rolle einer feindlichen Macht entwickelt. Die Blaupause dazu ist die westliche Darstellung des Irans. Verdichtet wird die Rolle in der Figur eines vermeintlich allmächtigen und gefährlichen Präsidenten. Im Iran zeigte sich, dass diese Allmacht nicht existiert. In Russland existiert sie ebenfalls nur solange das Wahlvolk damit einverstanden ist. Derzeit scheint das Votum eindeutiger zu sein als je zuvor während der Präsidentschaft Putins. Der Westen hat in der Amtszeit von Angela Merkel maßgeblich an der Entwicklung der aktuellen politischen Figur Wladimir Wladimirowitsch Putin gearbeitet. Nun, da die Figur eine unangenehme Eigendynamik bekommt, mehren sich die selbstkritischen Stimmen aus Berlin. Da sei wohl einiges falsch gemacht worden, heißt es. Gleichwohl werden weder politische Ziele noch politischer Stil geändert. Im Gegenteil, es werden ganz in der Bürgerrechtstradition deutsch-sowjetischer Besatzungszeit Ressentiments fortentwickelt, als hätte man immer gewusst, dass die Tage so kommen mussten, wie sie sich derzeit entwickeln. Nein, wir waren vor gut einem Jahrzehnt schon deutlich weiter. Die Konsequenz des unweitsichtigen Agierens ist, dass wir das Krim-Problem nicht loswerden, schlimmer noch, dass sich Folgeprobleme anzuhäufen drohen. Davon bleibt die Energiepartnerschaft mit Russland nicht verschont. Mittlerweile wird sie von Finanzjongleuren mit einem schwach ausgeprägten Geschichts-, dafür umso stärker ausgeprägten Profitbewusstsein aufgenommen. Die Ölnotierungen stehen unter dem Einfluss der Ereignisse. Das tut ihnen nicht gut, jedenfalls nicht aus Verbrauchersicht. Die beruhigende Bemerkung, bisher ist ja alles gut gegangen, klingt mittlerweile wie das Pfeifen im Walde. Ärgerlich, dabei sind die Voraussetzungen für sinkende Ölpreise am physischen Markt seit über einem Jahrzehnt nicht mehr so gut wie heute.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen leicht zu. Sie werden von den Öl- und Dollarnotierungen getrieben. Der Binnenmarkt trägt wenig zum Preisgeschehen bei. Die Kauflust ist wieder gedämpft. Die weiteren Aussichten stellen sich weniger freundlich dar als bisher beschrieben. Die Krim-Krise lässt sie ziemlich durchwachsen aussehen. Wenn man an die Vernunft der politischen Klasse glaubt, sollte man weiterhin optimistisch sein und auf tiefere Preise setzen. Wer dieser Idee folgt, benötigt Risikobewusstsein, ein wenig Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer an der politischen Vernunft zweifelt, ist gut beraten, umgehend Heizöl zu ordern. Noch sind die Preise uneingeschränkt gut. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

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