Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Woche der Wahrheit

Internationaler Markt

Die Rahmenbedingungen des Ölmarkts wurden in der letzten Woche neu geschrieben. Aus einem bullischen Pulverfass wurde eine bärische Ölschwemme. Etwas weniger Extremismus in den Marktbeschreibungen wäre für die meisten Beteiligten angenehmer. Aber die Finanzszene liebt nun mal die Alles-oder-Nichts-Rhetorik. Aus dem Flächenbrand wichtiger Ölländer wurde nichts. Ob die nun erwartete Ölschwemme tatsächlich kommt, muss sich noch zeigen. Bisher überwiegen die Ankündigungen. Die USA haben das Kriegsbeil in der syrischen Giftgasfrage noch griffbereit. Den iranischen Avancen in der Atomfrage stehen sie skeptisch gegenüber. Libyen meldet die Wiederaufnahme der Öllieferungen. Beladene Tanker wurden aber noch nicht gesichtet. Raffinerien sollen wegen Wartungszyklen in den kommenden Wochen weniger Rohöl benötigen. In den USA befindet sich ihre Auslastung indes nahe der Höchstwerte. Im Irak geht ein neues Ölfeld in Betrieb, das bis zu 0,2 Mio. Barrel pro Tag liefern soll. Das ist ein gutes Zeichen, aber keine schlagende Menge angesichts eines Tagesverbrauchs von fast 90 Mio. Barrel weltweit. Die USA und Saudi Arabien bauen ihre Förderung aus. Die Ölnachfrage der alten Industrienationen sinkt tendenziell. Die Nachfrage der Schwellenländer steigt. Man weiß nicht wie schnell. Nach unserer Einschätzung ist das Angebot tatsächlich gut. Nun müssen beweisende Zahlen geliefert werden. Wenn sie kommen, werden die Notierungen weiter nachgeben.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben moderat nach. Von den Börsen kommen keine entsprechenden Vorgaben. Vielmehr handelt es sich um die Anpassung an die zuvor stärker gefallenen Ölnotierungen. Der Binnenmarkt ist relativ ruhig. Deshalb blieben nennenswerte Margenerhöhungen, wie sie in starken Nachfragemomenten üblich sind, bisher aus. Die Preise haben sich in kurzer Zeit recht freundlich entwickelt. Es ist durchaus mehr Preisrückgang möglich. Dazu müssen aber klare Marktfakten geliefert werden. Spekulativ eingestellten Verbrauchern bietet sich eine realistische Chance, bald noch besser einkaufen zu können als heute. Dabei empfiehlt es sich, den Markt eng zu verfolgen. Wer es sicherer liebt, sollte umgehend Heizöl bestellen. 3.000 Liter kosten rund zehn Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik bestätigt
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran will über sein Atomprogramm reden
Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen wieder aufnehmen
Irak meldet Inbetriebnahme eines neuen Ölfelds
Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken

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