Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ziemlich gute Lage

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen werden ihr Niveau kaum halten können. Angebot und Nachfrage entwickeln sich gegenläufig zugunsten der Verbraucher. Die Tendenz liegt seit längerer Zeit in der Luft. In den aktuellen US-Bestandsdaten wird sie eindrucksvoll bestätigt. Als Konsequenz geben die Ölnotierungen ordentlich nach.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Erhebung zuständigen Institutionen, übertreffen die Schätzungen zum Bestandsaufbau deutlich und die als vertrauenswürdiger geltenden Zahlen des DOE toppen die des API. Folgende Veränderungen zur Vorwoche wurden zu Protokoll gegeben:

Rohöl: +5,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 4,9 (DOE) bzw. 3,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fiel auf 86 Prozent. Der Wert ist der Revisionsphase zwischen Sommer- und Winterproduktion geschuldet. Er spiegelt aber auch die gesunkene Nachfrage. Heizöl und Diesel wurden um elf Prozent geringer nachgefragt als in der Vorwoche. Der Benzinkonsum sank um drei Prozent. Diese Tatsache stellt die theoretisch bullische Bestandsänderung des DOE glatt.

Die Ölproduktion der USA entwickelt sich rasant. Beinahe im Monatstakt werden die jeweils letzten Werte deutlich übertroffen. Wenn es im Sinn der Konjunktur für die USA gut läuft, wird bei der Nachfrage ein schwaches Plus zum Vorjahr stehen. Wahrscheinlicher ist ein Minus. Damit fallen die USA als Preistreiber aus. Sie waren in der Vergangenheit ein Garant für eine bullische Markteinstellung.

Diese Rolle übernehmen nun China und andere Schwellenländer. Das geschieht bisweilen klar und deutlich. Phasenweise können aber auch diese Staaten die in sie gesetzten Erwartungen nicht befriedigen. Letzte Nacht kam aus China ein Konjunkturdatum, das bullisch gewürdigt werden kann. So geschieht es heute Morgen auch. Vermutlich wird die Kraft des Werts aber nicht ausreichen, um die bärische Gesamtlage zu drehen. Nach unserer Einschätzung kann sie allenfalls gestoppt werden. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 918,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,38 Dollar und in London zu 107,84 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,36 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben spürbar nach. Gestern wurden sie von den Ölnotierungen getrieben. Der Binnenmarkt zeigt keinen Preiseinfluss. Die Nachfrage kann vom Handel problemlos bedient werden. Deshalb folgen die Heizölpreise den Börsenvorgaben. Die Aussichten sind gut. Das globale Angebots-Nachfrage-Verhältnis sollte weiteren Preisnachlass ermöglichen. Eine gegenteilige Bewegung kann derzeit allenfalls durch die Geldprogramme der Notenbanken und den dadurch ausgelösten Börsenhype bewirkt werden. Früher oder später werden die Börsen überhitzen und einbrechen. Das wird sich auch in den Heizölpreisen zeigen. Auf den Preisrückgang aufgrund des guten Angebots zu setzen, ist eine überschaubare Spekulation. Auf einen Börsencrash zu spekulieren, ist zeitlich und im Wert unüberschaubar. Davon raten wir ab. Wer es lieber unspekulativ und sicher mag, findet aktuell bereits gute Einkaufsbedingungen. 3.000 Liter Heizöl kosten elf Prozent weniger als im Vorjahr und fünf Prozent weniger als vor zwei Jahren am gleichen Tag. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
China importierte im September unerwartet viel Öl
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Bestandsdaten
Schlechte US-Arbeitsmarktdaten
US-Dollar im Abwärtstrend
Iran und USA reden über das Atomprogramm
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion

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