Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Zu viel Gas gegeben

Internationaler Markt

Die Handelsprogramme waren am Freitag ein wenig aus dem Ruder gelaufen, zumal der physische Ölmarkt gar keine nennenswerten Impulse bot. Mit Eröffnung der New Yorker Warenterminbörse begannen Finanzjongleure gestern die Aufräumarbeiten. Dabei annullierten sie einen Teil des heftigen Preisanstiegs vom Vortag. Die allgemeine Versorgungslage bietet ihnen für derartige Maßnahmen gute Gründe. Nach Meinung der Investmentbanker von Morgan Stanley werden diese im Jahresverlauf sogar noch gewichtiger werden. Sie meinen, dass das Angebot in diesem Jahr um bis zu 2,2 Prozent wachsen werde, deutlich mehr als die Nachfrage. Wir nehmen das als Meinung und Möglichkeit zur Kenntnis und freuen uns, wenn es so kommen sollte. Die Preise würde das sicher ein paar Dollar tiefer legen. Gesetz ist aber keine Aussage über die zukünftige Ölversorgung, weder von Investmentbankern noch von Institutionsautoritäten der IEA, EIA, OPEC oder Greenpeace, geschweige denn von Unternehmensvertretern. Im Hintergrund braut sich gerade ein Problem zusammen, das den Plan des üppigen Angebotsaufbaus stören könnte. Die USA und der Iran torpedieren die Verhandlungen um das Ende der Atomsanktionen. Den Stein des Anstoßes werfen derzeit amerikanische Politiker mit immer neuen Sanktionsforderungen. Er wird vom Iran mit militärischen Drohgebärden zurückgeworfen. Das Pingpong-Spiel ist weder geeignet, den Frieden noch die neue Ölgelassenheit zu befördern. Dennoch, wir schauen auf einen Seitwärtstrend der Ölnotierungen als eine Art Minimalkonsens aus Sicht der Verbraucher.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise schwanken. Im Auf und Ab halten sie ihren Mittelwert der letzten Tage. Der Rückgang der Ölnotierungen war gestern hilfreich. Vom Dollar gab es ebenfalls ein wenig Unterstützung. Der Binnenmarkt ist ruhig. Anbieter üben sich hier im Ausgleich des Börsengezappels durch Margenflexibilität. Man kann das auch Preisstabilisierung durch Rabattsteuerung nennen. Im kurzfristigen Bereich wirkt der Abwärtstrend etwas bedroht. Mittelfristig sieht er aber stabil aus. Wer auf ihn spekuliert, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Die aktuellen Preise sind allerdings bereits recht gut. Wem der Spatz in der Hand lieber ist als die Taube auf dem Dach, soll wissen, dass 3.000 Liter Heizöl derzeit 11 Prozent günstiger sind als vor einem Jahr und 14 Prozent günstiger als vor zwei Jahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kältewelle in den USA
Öllieferungen aus der Nordsee sollen sinken
Stress vor den Atomverhandlungen mit dem Iran
US-Notenbank pumpt immer noch viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Konjunkturdaten aus China schwach
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
US-Notenbank drosselt die Geldpumpe weiter
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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