Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise am 5-Jahres-Tief

Internationaler Markt

Start in die erste volle Börsenwoche des neuen Jahres. Die Handelsvolumina beim Öl werden wieder steigen. Die Kurse werden indes noch weiter fallen. Das zumindest ist das Gebot der Stunde. Wir sehen neue Langzeittiefs der Ölnotierungen.

Das fundamentale Marktumfeld könnte bärischer kaum sein. Es gibt ein Überangebot an Öl von rund 1,5 Mio. Barrel pro Tag. Gleichwohl steigern viele namhafte Anbieter ihre Produktion und damit das Angebot, als bereiteten sie sich auf einen Nachfrageansturm vor. Der wird nicht kommen. Die Ökonomien Chinas, der EU und Japans erfüllen nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Einzig die USA sind einigermaßen auf Kurs und die regionale Wirtschaftsmacht Deutschland. Wenn der Winter hierzulande nicht wieder ausfallen sollte, wird es sogar zu einem Verbrauchszuwachs kommen. Das ist ein schlechtes Zeugnis für die Energiewende und ein unbedeutender Aspekt für den Ölmarkt. Deutschland beansprucht lediglich 2,7 Prozent des globalen Ölangebots. Aber selbst die avisierte Nachfrage der USA, sie stehen für 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs, wird die Anbieter nicht retten. Derzeit ist kein Verbrauchswachstum denkbar, das das Angebot abschöpfen könnte. Den Preisen bleibt kurzfristig also nichts anderes übrig, als weiter nachzugeben. Ins Bodenlose werden sie dennoch nicht fallen.

Ganz anders sieht es beim Dollar aus. Die Währung der einzig hoffnungsvollen großen Volkswirtschaft läuft gerade heiß. Ihr kommen eine in Aussicht gestellte Zinserhöhung der US-Notenbank und das Verramschen des Euro seitens der europäischen Notenbank zugute. Das Thema wird möglicherweise über die Phase fallender Ölpreise hinaus virulent bleiben. Heizölkunden sollten es auf dem Radarschirm behalten.

Nach anfänglichen Preissprüngen, Ölnotierungen runter, Dollar rauf, beruhigt sich die Dynamik an den Börsen heute Morgen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 509,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 51,54 Dollar und in London zu 55,29 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8366 Euro . Damit kostet der Euro 1,1954 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise befinden sich nun im Bereich eines 5-Jahres-Tiefs. Das scheint immer noch nicht das Ende des Preisabgangs zu sein. Der internationale Ölmarkt hat weiterhin unabgerufenes Potenzial nach unten zu bieten. Früher oder später wird den Heizölpreisen allerdings der Dollar in die Quere kommen. Er wird immer stärker.

Im Binnenmarkt zieht das Kaufinteresse wieder an. Der Handel ist teilweise hart gefordert, da feiertags- und wetterbedingt Bestellungen nicht abgearbeitet werden konnten. Es kommt daher zu längeren Lieferzeiten. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Mehr geht hier nicht. Um die Lage heute richtig darzustellen, müssten wir Balken hinzufügen.

Zusätzlich zu den vielen Bestellern sind noch mehr Beobachter aktiv. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist nach wie vor hoch, wie unsere Lesereinschätzung zeigt. Man kann daraus schließen, dass es bei einer kleinen Drehung der Preisrichtung zu einem weiteren Bestellschub kommen wird.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt wieder Kaufsignale in allen deutschen Regionen. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Ölbörsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann bisweilen zu starken Gegenreaktionen führen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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