Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise am Wendepunkt zum Trend

Internationaler Markt

Die Dynamik des Preisrückgangs bei Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl, setzte sich gestern fort. Die Rohölpreise gaben hingegen nur wenig nach. Dass die Preise überhaupt sanken, ist der relativen Beruhigung im Ost-West-Konflikt um die Ukraine, der mäßig wachsenden globalen Konjunktur und der guten Angebotslage beim Öl zu verdanken.

Die Tatsache, dass die Gasölpreise im Abgang deutlich vor den Rohölpreisen herlaufen, bringt ein altes Handelsschema ins Gespräch zurück. Es lautet, im Sommer ist Heizöl billig, weil es nicht gebraucht wird.

Im letzten Jahrhundert gab es gute Gründe für diese Aussage. Bei der Produktion von Benzin fiel Heizöl gleichsam als Nebenprodukt an. Um es loszuwerden, wurde es günstig in den Markt gedrückt. Schlaue Heizölkunden nutzten die Gelegenheit. In den letzten Jahrzehnten gab es kaum noch Situationen, in denen Heizöl als minderwertiges Gut abverkauft wurde. In Form von Diesel ist es während des ganzen Jahres gleichermaßen wertvoll wie Benzin. Dadurch verschwand der Sommervorteil. Der Heizölpreis schwingt mittlerweile mit dem Rohölpreis im Börsentakt. Günstige Preise sind keine Frage der Jahreszeit mehr.

Der gesamte Ölkomplex zeigte in den beiden letzten beiden Jahren ein Sommertief. Daraus lässt sich allerdings noch keine neue Handelsregel ableiten. Die Tatsache, dass Heizöl hierzulande vor drei Jahren besonders günstig war, war nicht den Öl-, sondern den Dollarnotierungen geschuldet.

Das aktuelle Eigenleben der Gasölnotierungen könnte nun in der Tat erstmals seit langer Zeit auf einen signifikanten Überschuss des Produkts hindeuten. Das als Bestätigung der alten Handelsregel zu verstehen, wäre aber verfrüht.

Heute Morgen suchen die Ölnotierungen ihre Richtung. Vermutlich wird das bis zur Veröffentlichung der US-Bestandsdaten am Nachmittag so bleiben. Nach wie vor fehlt den Öltiteln ein klarer übergeordneter Trend. Ein Preisabgang ist daher eine unzuverlässige Erscheinung. Die Tonne Gasöl kostet zur Stunde 885,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,84 Dollar und in London zu 108,91 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3611 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise gaben auch gestern wieder nach. Erneut kam die Vorgabe von den Gasölnotierungen. Käufer im Binnenmarkt reagieren mit vermehrten Bestellungen auf den Preisabgang. Der Handel nimmt die Aufträge gerne an. Überlastungsmeldungen gibt es noch nicht.

Unser Heizölkauf-Barometer zeigt nun höchste Kaufbereitschaft an. Das mathematische Tiefpreis-System sendet zwar immer noch kein Kaufsignal. Der aktuelle Preis steht aber wieder sehr nahe an dem Niveau, auf dem zuletzt grünes Licht gegeben wurde. Leser schätzen die Aussichten auf fallende Preise weiterhin sehr positiv ein. Auch wir sehen die Lage deutlich optimistischer als im Mai. Die Sorge vor einer erneuten Eskalation im Ost-West-Konflikt und vor der morgigen EZB-Entscheidung zur Geldpolitik lässt uns aber nicht unbeschwert in die Zukunft schauen.

Die Preisentwicklung befindet sich nach wie vor in einer Konsolidierungsphase. Einen Trend sehen wir nicht. Die Aussicht, dass der Abwärtstrend in Kürze fortgesetzt wird, ist aber schon zum Greifen nahe. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Preise bereits kaufenswert sind. Heizöl ist günstiger als in den letzten drei Jahren zum gleichen Zeitpunkt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen