Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise am Zufallsgenerator

Internationaler Markt

Die Börse spielte gestern Börse. Eher zufällig startete eine Preisbewegung. Sie beflügelte sich selbst und schwoll zu einem kräftigen Preisanstieg an. Signifikante Marktvorgaben spielten dabei keine Rolle. Manchmal muss etwas getan werden, weil es getan werden muss, zum Beispiel Annullieren des Preisrückgangs vom Vortag.

Im Laufe der selbstverstärkenden Preisentwicklung kamen die US-Bestandsdaten herein. Sie drehten das merkwürdige Ereignis zeitweise um, weil sie etwas besser als erwartet ausfielen. Man rechnete mit größeren Lagerabgängen. Letztendlich spielten die Daten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den beiden berichtenden Institutionen, für die Preisfindung keine Rolle. Sie lauten im Einzelnen wie folgt:

Rohöl: +1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 2,2 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,3 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 92 Prozent. Fazit für den US-Ölmarkt, alles im grünen Bereich.

Krisen und Kriege werden geflissentlich missachtet, schlechte Konjunkturdaten ebenfalls. In Westafrika, wo das Öl vor Kurzem noch unverkäuflich war, kehrt Normalität ein. Und Libyen gelingen die ersten Exporte aus zwei lange besetzten Häfen. Fazit für den globalen Ölmarkt, alles im grünen Bereich.

An den Ölbörsen war die Welt gestern anders als in den Nachrichten. Sie war befriedet. Die Preisentwicklung spiegelt nicht mal das wieder. Vielleicht ist sie einfach nur Ausdruck dafür, dass die Preise ein passendes Niveau haben und nun erratische Bewegungen um eben dieses auf dem Programm stehen. Heute Morgen wurde ein wenig Anstieg zurückgenommen. Auch das würde zum Programm passen. Die Tonne Gasöl kostet 883,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,14 Dollar und in London zu 103,80 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7484 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehen den laufenden Abgang mal wieder um. Daraus folgt, dass der kurzfristige Aufwärtstrend weiterhin gültig ist, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, war und ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht allerdings schwach.

Der Binnenmarkt ist belebter als zuvor. Bestellungen kommen ordentlich aber nicht stürmisch herein. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „gut“ halten. Das Urteil ist bemerkenswert, da Heizöl heute mehr kostet als gestern bei schlechterer Bewertung. Es deutet darauf hin, dass die aktuelle Umkehrung der Preistendenz Kunden dazu animiert, nun schnell zu ordern.

Aus der Lesereinschätzung geht hervor, dass eine große Mehrheit der „Noch-Nicht-Käufer“ fallende Preise erwartet. Das zeugt von Gewöhnung an die geopolitischen Dauergefahren. Wer der allgemeinen Stimmung folgt und auf Preisabgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser aber nicht mit dem Kaufverhalten der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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