Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise auf Talfahrt

Internationaler Markt

Der wilde Tanz der Ölnotierungen geht weiter. Gestern stand Abwärts auf dem Programm. Es fiel beeindruckend aus. Zeitweise glich es einem freien Fall. Im Gegensatz zum Vortag wurde die Bewegung von entsprechenden Marktbedingungen eskortiert.

Da ist zum einen die unbefriedigende globale Wirtschaftsentwicklung. China, die EU und die USA legten in den letzten Tagen schwache Daten vor. Das gestern verkündete deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal enttäuscht die Erwartungen erheblich. Ähnlich sieht es bei den Arbeitslosenzahlen für die USA aus, lediglich ohne das Wort „erheblich“. Nun, da sich der Sommer langsam seinem Ende zuneigt, wird die globale Ölnachfrage sinken. Zusammen mit der reduzierten Konjunkturentwicklung erwartet man einen nennenswerten Minderbedarf.

Da ist zum anderen die Spekulation auf eine Wende im geopolitischen Kriegsgeschehen. Im Irak gibt der bisherige Ministerpräsident Maliki, dem eine Mitschuld am Erfolg der IS-Terrortruppe gegeben wird, seinen Machtanspruch auf. Damit macht er den Weg frei für eine Regierung des Ausgleichs unter den Volksgruppen. Man erhofft sich davon die Stärkung der Kampfkraft gegen IS. Als schlagbarer äußerer Feind könnte die Terrortruppe sogar den Zusammenhalt der Iraker fördern.

Die ukrainische Armee schließt den Ring um die Separatisten im Osten des Landes immer enger. Es wird von Aufgaben ihrer Führungen berichtet. Die Sorge vor einem russischen Einmarsch ist zwar weiterhin groß. Der richtige Moment scheint aber bereits überschritten zu sein, so dass die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts zunimmt.

Libyen schafft es derzeit trotz des Bürgerkriegs im Land, die Ölinfrastruktur wieder flott zu machen. Nach zwei kleineren Ölhäfen arbeitet man nun an der Wiedereröffnung des größten Ölhafens in Es Sider. Die Exporte sollen bereits in der nächsten Woche beginnen. Man sieht die Ölproduktion des Landes schon in Richtung des Potenzials von 1,6 Mio. Barrel pro Tag wachsen. Das wäre fast eine Vervierfachung der aktuellen Leistung.

Alle positiv klingenden Entwicklungen in den Kriegsgebieten geben Hoffnung, nur Hoffnung. Relevante Fakten zum Ölmarkt sind damit noch nicht geschaffen. An den Börsen genießen Hoffnungen bisweilen höhere Wertschätzung als Fakten. Insofern ist der temporäre freie Fall der Notierungen erklärbar. Dass dieser von Dauer sein wird, ist hingegen zweifelhaft. Der wilde Tanz wird sicher fortgesetzt.

Heute Morgen zeigt sich eine Gegenbewegung. Als Tagestendenz wollen wir sie noch nicht verstehen, obwohl genau das als Fortsetzung der letzten Bewegungsmuster nahe läge. Die Tonne Gasöl kostet 865,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,51 Dollar und in London zu 102,51 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7485 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehen schon wieder die Richtung. Nun geht es erneut abwärts. Der bereits korrigierte kurzfristige Aufwärtstrend ist abermals durchbrochen, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Wieder werden wir bis zur endgültigen Neudefinition des Trends das Tagesergebnis abwarten. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, war und ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht ohnehin schwach.

Der Binnenmarkt ist belebter als zuvor. Bestellungen kommen heute Morgen stürmisch herein. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten nun, dass sie die Heizölpreise für „super“ halten.

Aus der Lesereinschätzung geht hervor, dass die Hoffnung auf noch bessere Preise etwas sinkt. Vorgestern sahen über 80 Prozent unserer Leser tiefere Preise vorher. Gestern waren es „nur“ noch 74 Prozent. Wir teilen die Einschätzung auf allgemein weiter nachgebende Heizölpreise. Wer der allgemeinen Stimmung folgt und auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser aber nicht mit dem Kaufverhalten der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen