Unseren neuen Kommentar für den 17.08.17 finden Sie hier.


Heizölpreise auf Vorjahresniveau

Internationaler Markt

Die energiereiche Zone rund um den persischen Golf ist ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann. Vor nicht all zu langer Zeit waren solche Umstände eine Garantie für steigende Ölpreise, mindestens im Moment der eskalierenden Nadelstiche. Aber wie der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland schon zeigten, sind die Zeiten, in denen sich die Welt um eine ausreichende Energieversorgung sorgte, vorbei. Die Öl- und Gas-Infrastrukturen in den Wüsten sind mittlerweile besser vor Krieg und Gewalt geschützt als die Menschen. Das wird im Irak und in Libyen besonders deutlich.

Mit dem Bann gegen Katar, den jüngsten Terroranschlägen in Teheran sowie den vergeltenden Bomben gegen IS-Stellungen wird die Gefahr, die in der Region steckt, für uns immer sichtbarer. Energiemanagern ist sie schon länger bewusst. Sie bemühen sich seit Jahren um Alternativen zu den Angeboten von dort. Eines der sichersten finden sie, man höre und staune, im sanktionierten Russland. Westliche Unternehmen haben gelernt, dort große Energiegeschäfte zu machen, ohne gegen die Sanktionen zu verstoßen.

Nun, nachdem das bisher sicher geglaubte Katar auch in den religiösen Kampf gezogen wurde, steigt die Reputation Russlands als verlässlicher Energiepartner weiter an. Es handelt sich um einen stillen Wandel ohne offizielle politische Statements, aber mit der Schätzung steigender Öl-Exporte im dritten Jahresquartal.

Höhere Exporte werden auch von der OPEC gemeldet. Neben Libyen und Nigeria, denen man die Steigerungen trotz Kürzungsbeschluss zugesteht, sollen auch andere Mitglieder mehr liefern. Vor diesem Hintergrund muss man sich nicht über verbraucherfreundliche Ölpreise wundern. Wundern könnte man sich allenfalls über vollkommen anders lautende Preisprognosen, die Finanzjongleure bis vor Kurzem lancierten.

Viel Öl halten nicht nur OPEC und Russland bereit. In den USA wächst die Zahl der Bohranlagen zur Erschließung neuer Quellen seit nunmehr 22 Wochen auch weiter an.

Vor dem Wochenende stiegen die Ölnotierungen gegen den Trend ein wenig. Heute Morgen herrscht an den Ölbörsen noch bewegungslose Ruhe. Trendgemäß sollte es weiter abwärts gehen. Die Notierungen befinden sich allerdings auf einem Niveau, auf dem mindestens in den USA mit einem Ende des Ausbaus der Förderanlagen gerechnet werden muss. Insofern würden Verbraucher mit weiter fallenden Preisen nur kurzfristig noch gut bedient sein.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 44,54 Dollar und das Barrel Brent zu 47,19 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 422,50 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8921 Euro . Damit kostet der Euro 1,1205 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise verhalten sich sehr trendgemäß, wie aus der aktuellen Heizölpreis-Tendenz hervorgeht. Sie haben sich mittlerweile auf das gleiche Niveau gelegt wie vor einem Jahr. Es ist allemal einen Kauf wert.

Der Binnenmarkt ist für die Jahreszeit recht belebt. Die guten Preise erhalten das Kaufinteresse. Beobachter sind allerdings immer noch die stärkere Gruppe, obwohl mittlerweile viele zu Käufern wurden oder werden. Die Verbliebenen spekulieren weiter auf mehr Preisrückgang. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System meldet in einigen Regionen wieder Kaufsignale. Das ist ein Statement.

Die Preistrends sind derzeit klar zu definieren. In den kurz- und mittelfristigen Zeitintervallen (3 und 12 Monate) geht es abwärts. Längerfristig (36 Monate) liegt noch ein Aufwärtstrend vor. Langfristig (60 und 120 Monate) weisen die Trends ebenfalls abwärts. Sie stützen somit Hoffnungen auf weiteren Preisabgang.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Die Preise sind allemal gut. Aufgrund der uneinschätzbaren zukünftigen Preisentwicklung raten wir gleichwohl zur Eindeckung mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter). So bleibt die Chance erhalten, gegebenenfalls an einem weiteren Preisabgang teilzuhaben.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom

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