Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise auf der Suche nach dem passenden Niveau

Internationaler Markt

In den USA werden weiterhin Bohrgeräte für die Erschließung zukünftiger Ölquellen außer Betrieb genommen. In Libyen zerlegen die multiplen Kriegsparteien immer mehr Ölanlagen und damit ihre wichtigste ökonomische Basis. Von Land kommt kein Öl mehr. Das letzte Aufgebot wird in homöopathischen Dosen von zwei Offshore-Anlagen geliefert. Die Umstände sind willkommene Begleitmusik für die Bestrebung der Finanzszene, Ölnotierungen einen einträglichen bullischen Lauf zu verpassen. Er findet tatsächlich statt.

Die Ölproduktion der USA steigt weiter. Sie wird frühestens im Laufe der zweiten Jahreshälfte nachgeben, wenn die Bohrgeräte nicht wieder in Dienst gestellt werden. Eine Inbetriebnahme ist kurzfristig möglich, sobald die Preise ein Niveau erreicht haben, bei dem sich die Exploration wieder lohnt. Libyen wird seit geraumer Zeit nicht mehr als wichtiger Öllieferant betrachtet. Das Land gilt aufgrund seiner Destabilisierung als verloren. Die Welt kommt ohne sein Öl gut klar, nicht zuletzt weil China als wachstumsstarker Nachfrager in die Knie geht. Der Ölbedarf ist zwar gewaltig. Sein Wachstum lässt aber aufgrund gedämpfter Wirtschaftskraft nach. Die erwartete globale Nachfragesteigerung wird im Gegensatz zum Angebot in naher Zukunft geringer ausfallen. Diese bärischen Umstände schaffen es derzeit nicht, in die Ölpreisbildung einzudringen.

Heute Morgen starteten die Ölnotierungen mit einem erneuten Satz nach oben. Von dem trudeln sie nun stetig zurück. Der Dollar vollzog seinen Aufwärtssprung bereits am Freitagnachmittag. Das Zurück bleibt bis zur Stunde ein missglückter Versuch. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 555,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 52,02 Dollar und in London zu 57,87 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8824 Euro . Damit kostet der Euro 1,1333 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise folgen einem Aufwärtstrend, der ihnen vor gut drei Wochen aufgezwungen wurde. Es handelt sich dabei nicht um eine durch die Versorgungslage hervorgerufene Erscheinung, sondern um die Auswirkung umfangreicher Finanzspekulationen. Auf die Frage, wie weit diese tragen werden, gibt es nur eine weitere Spekulation als Antwort. Die haben wir heute nicht.

Im Binnenmarkt geht die Bestellfreude nun spürbar zurück. Der Handel ist darüber im Augenblick nicht traurig, da er sehr hart gefordert wird. Die hohen Orderzahlen der letzten Wochen und vermehrt auftretende Eilbestellungen führen vielerorts zu längeren Lieferzeiten.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Die Situation wird nicht lange anhalten. Ein Preisanstieg sorgt à la longue für Kaufzurückhaltung.

Viele Leser haben sich inzwischen endgültig von der Hoffnung auf günstigeres Heizöl mit einem Kauf verabschiedet. Es gibt aber weiterhin Optimisten, die auf tiefere Preise setzen. Sie bilden nur noch eine kleine Mehrheit. Die Handelsidee „tiefere Preise im Verlauf des Winters“ ist nicht vollkommen abwegig. Sie ist aber, wenn sie klappen sollte, mit dem zwischenzeitlichen Ertragen von schlechten Kaufmomenten verbunden. Das verursacht unangenehme Stimmungen.

Eine Bestätigung für die Handelsidee steckt möglicherweise in unserem mathematischen Tiefpreis-System. Es gibt derzeit keine Kaufsignale. Man kann das mutig sehen und vertrauensvoll auf das nächste Signal warten. Es kommt bestimmt. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur noch in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Preise nicht unbedingt nahe. Nach Lage der Dinge am realen Markt könnte Heizöl im weiteren Verlauf des Winters zwar noch einmal billiger werden. Der tiefe Fall der Ölpreise zieht aber immer mehr Bullen an, die einen Preisanstieg unbedingt mitmachen wollen. Sie wirken mit ihrer Geldmacht gegen den Realmarkteinfluss.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, der in den letzten Monaten aufgelaufen ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, können Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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