Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise aus der Wundertüte

Internationaler Markt

Der Ölmarkt ist in diesen Tagen ein Überraschungsei. Man weiß nicht, was rauskommt. Ukraine-Krise, libysches Chaos, Atomverhandlungen mit dem Iran, Massen von Öl aus nordamerikanischen Böden, chinesische Nachfrage oder auch nicht. Jeden Tag eine neue Welt.

Eine kurzfristige Preisprognose abzugeben, macht keinen Sinn. Das sehen sogar hartgesottene Finanzjongleure so. Immerhin, längerfristig laufen die Notierungen leidlich im Sinne der Verbraucher. Ein schwacher Abwärtstrend ist erkennbar. Dieser Umstand ist dem guten Ölangebot zu verdanken. Darüber hinaus sind die Bewegungen relativ gering, so dass „falsche“ Preisrichtungen keinen großen Schaden hervorrufen.

Zum Wochenende richten sich die Augen einmal mehr in die Ostukraine. Referendum oder nicht? Das ist hier die Frage. Bullisch oder bärisch? Das wird die Antwort sein. Ähnlich sieht die Lage in Libyen aus. Reden oder schweigen Rebellen und Regierung? Das ist die Frage. Öllieferungen oder nicht? Das wird die Antwort sein. Aber selbst im positiven Fall wird die nächste Blockade nicht lange auf sich warten lassen. Und in der nächsten Woche kommt eine neue Verhandlungsrunde um das iranische Atomprogramm hinzu. Es sind bewegte Tage. Dennoch werden sie langsam langweilig, weil das Muster des Chaos wenig Veränderung zeigt.

Veränderung bot gestern der Devisenmarkt. Der Euro verlor an Wert, noch während Mario Draghi den Beschluss der Europäischen Zentralbank, die Zinsen unverändert zu belassen, verkündete. Das wünschen sich Südeuropäer und die Finanzszene anders. Sie wollen das lockerste Geld aller Zeiten sehen, ganz so wie es die US-Notenbank vorgemacht hat. Die sitzt nun allerdings auf einem Berg von Staatsanleihen im nominellen Wert von fast vier Billionen Dollar. Acht Jahre soll es dauern, bis sie das Zeug wieder los ist, acht Jahre ab Start des Abverkaufs versteht sich. Wann der beginnt, weiß man nicht. Die Finanzkrise ist nun im sechsten Jahr. Mindestens acht werden hinzukommen, um alles zu bereinigen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass zwischenzeitlich keine neue Krise dazwischen funken wird. Das Problem wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren wachsen und nicht sinken.

Heute Morgen ist das Devisenthema schon wieder aus dem Börsengezappel verschwunden. Die Ölnotierungen geben den Ton an. Sie werden mit einem Gruß aus der Ukraine in die Höhe getrieben. Die Tonne Gasöl kostet 908,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,64 Dollar und in London zu 108,40 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3834 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen deutlich zu. Ein wenig Ölnotierungen und eine ganze Menge Dollaranstieg sind die Ursache dafür. Die Ölnotierungen werden vor dem Wochenende vermutlich noch mehr Preisauftrieb beisteuern. Abhilfe könnte nur eine Verschiebung des Referendums in der Ostukraine bringen. Der Binnenmarkt steht plötzlich gut im Saft. Viele Kunden ordern Heizöl. Sie sehen gute Preise und sie fürchten schlechtere. Unsere Rechenwerke Heizölkauf-Barometer und Tiefpreis-System bestätigen das, was wir aus dem Markt hören. Die Lesereinschätzung zur Heizölpreis-Entwicklung zeigt aber auch, dass noch Optimismus vorhanden ist. Es gibt sie weiterhin, die Spekulanten auf günstigeres Heizöl. Die Trends sprechen für sie. In allen Zeitbereichen weisen ihre Kanäle abwärts. Wer es wagt, auf bessere Kaufmomente zu spekulieren, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine kommt nicht aus der Krise
Libysche Ölindustrie kommt nicht auf die Beine
US-Bestandsdaten

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Mehr Öl aus der Nordsee im Juni
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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