Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise bleiben Abwärtstrend treu

Internationaler Markt

Der Abgang der Ölnotierungen läuft nun bereits im vierten Monat. In den letzten Wochen kam er einem Ausverkauf gleich. Das sah übertrieben aus. Eine Gegenreaktion musste kommen. Ende letzter Woche war es soweit. Viel wurde bisher allerdings nicht gegenreagiert und gestern drehten die Ölbörsen schon wieder abwärts. Das ist erstaunlich, zumal die viel zitierte Überversorgung des Markts alles andere als beeindruckend ist. Man könnte sogar sagen, es gibt sie gar nicht.

Was es gibt, sind aufstrebende Ölproduzenten. Dazu zählen die USA, Kanada, eventuell Venezuela und Brasilien, Irak, Iran, Libyen und andere. Saudi Arabien ist auch dabei. Die Zahl der nach immer mehr Öl greifenden Volkswirtschaften ist derzeit möglicherweise kleiner. Vor diesem Hintergrund ist ein Abgang der Preise dann doch verständlich.

Es gibt dazu aber auch Meinungen, die den teilweise bedenklichen Zustand der Volkswirtschaften vollkommen ausblenden. Danach sollen die USA gemeinsam mit ihrem Verbündeten Saudi Arabien die Ölpumpen unter Hochdruck betreiben, um den Preisverfall zu forcieren. Sinn der Tat sei die Destabilisierung Russlands. Das Land leidet neben einigen anderen Produzenten, denen die USA nicht minder feindlich gesonnen sind, stark unter den reduzierten Öleinnahmen. Ein Indiz, das die These stützen kann, ist das zeitliche Zusammentreffen des beginnenden Preisverfalls mit der Eskalation der Ost-West-Krise um die Ukraine. Dass einen solche Destabilisierungspolitik aus Sicht Europas sinnvoll und friedenserhaltend wäre, darf bezweifelt werden.

Neben den in Dollar notierten Ölpreisen spielt der Dollar selbst eine wesentliche Rolle für die heimischen Heizölpreise. Hier entwickelt sich gerade eine neue Situation. Die Phase steigender Dollarnotierungen, die mit der vermeintlichen Genesung der US-Wirtschaft verbunden wird, scheint zu Ende zu gehen. Das ist merkwürdig, da die Entwicklung der EU-Wirtschaft allemal schlechter verläuft. Eine plausible Erklärung hierfür steht noch aus. Das plausible Ergebnis steht bereits fest. Heizöl wird noch billiger, wenn sich der abzeichnende Trend durchsetzen sollte.

Heute Morgen sieht es danach aus. Der Dollar fällt klar und deutlich. An den Ölbörsen herrscht hingegen Gemauschel. Man ahnt noch nicht, wohin die Reise geht. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 734,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 83,03 Dollar und in London zu 85,59 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7802 Euro . Damit kostet der Euro 1,2818 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehen schon wieder abwärts. Die Richtung kommt nicht überraschend, ihr Einsatz so kurz nach dem Beginn der kleinen Aufwärtsbewegung indes schon. Offensichtlich steckt immer noch starkes Potenzial im übergeordneten Abwärtstrend.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Die Fähigkeiten des Handels werden gleichwohl nicht überfordert. Die Lieferzeiten sind etwas länger aber durchaus passabel. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht wieder auf der höchsten Stufe.

Der Glaube an tiefere Preise ist weiterhin vorhanden. Eine nennenswerte Zahl unserer Leser ist aber mittlerweile aus der Spekulation ausgestiegen. Sie wurden zu Käufern. Das ergibt sich aus den Werten der Lesereinschätzung zur Preisentwicklung. Die große Mehrheit, die auf sinkende Heizölpreise tippt, schrumpft.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt ein gefühltes Dauerkaufsignal. Es deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden. Und es steht nicht im Widerspruch zur Preiseinschätzung unserer Leser. Wer weiterhin auf tiefere Preise setzt, braucht starke Nerven. Wir vermuten, dass das Auf und Ab der Preisentwicklung zunehmen wird.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Viele potenzielle Käufer folgen ihr. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Die Geschwindigkeit einer Preisbewegung funktioniert sowohl im Abwärts- als auch im Aufwärtslauf, wie die letzten Tage wieder zeigten.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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