Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise bleiben attraktiv

Internationaler Markt

Während die Ölpreise zwischen Anstieg und Abstieg herumlaborieren, diskutiert die OPEC nun offen über das Ende des teuren Öls. Die Diskussion ist nicht neu. Bisher wurde sie im Kartell allerdings eher hinter vorgehaltener Hand geführt. Mittlerweile lässt sich kaum noch verhehlen, dass es ein vollkommen realistisches Gegenmodell zu Peak Oil, dem Überschreiten eines Fördermaximums mit anschließender Ölverknappung gibt. Es wird Peak Demand genannt und bezeichnet das Überschreiten einer maximalen Nachfrage mit anschließendem Ölüberfluss. Möglich wird Peak Demand durch Effizienzfortschritte, die Nutzung alternativer Energieträger und die Abkehr vom überkommenen Modell des immerwährenden materiell getriebenen Wachstums.

Das klingt aus Sicht einer hoch entwickelten Volkswirtschaft plausibel. Angesichts der mangelhaften Verbreitung von Wohlstand auf der Welt scheint es indes abwegig, ein solches Modell heute ernsthaft in Betracht zu ziehen. Nicht minder abwegig ist es angesichts enormer technischer Fortschritte bei den Fördertechnologien, weiter an Peak Oil Szenarien festzuhalten. Die in einer Debatte über Gebäudeeffizienz von der Grünen-Energiepolitikerin Julia Verlinden geäußerte Meinung „Aber sicher ist, der nächste Ölpreisanstieg kommt bestimmt.“ klingt heute wie das Pfeifen im Walde. Steigende Ölpreise, die die Energiewende zu einem Selbstläufer machen würden, sind eben nicht mehr sicher. Im Status quo zu verharren und munter Kohlenstoffe zu verbrennen, ist wirtschaftlich ein sinnvolles Modell. Es schließt Fortschritt aus und Klimaverschlechterung ein. Daraus erwächst ein gewaltiges politisches Gestaltungsproblem. So kann es gehen, wenn man einem überkommenen Ökonomiemodell die Deutungshoheit überlässt.

Um die Deutungshoheit über die Vorgänge am Ölmarkt wird noch gerungen. Niemand kann diese für sich reklamieren. Man ist sich nicht einmal einig, ob die vielzitierte Überversorgung des Markts real ist. Es gibt Zeitgenossen, die den offiziellen Zahlen der US-Administration zur Förderung im eigenen Land misstrauen. Sie seien um mindestens eine Mio. Barrel pro Tag zu hoch angegeben. Nun seien Sie herzlich willkommen in der Debatte um das, was das Öl der Zukunft genannt wird, die Information. Sie ist in diesen Tagen nachrichtlich wieder besonders präsent. Zu diesem Thema sagte der ehemalige Leiter des österreichischen Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Gert-René Polli, jüngst den schönen Satz: „Die eigentlichen Waffen der Geheindienste heute sind ja die Medien. Die Medien werden ganz gezielt eingesetzt, um eine Stimmungslage zu erzeugen, aber auch um unliebsame Entwicklungen entweder auszuradieren oder massiv gegenzusteuern.“

Hier gibt es Öl- und Heizölpreise. Die mögen zwar gesteuert sein. Sie können aber sicher sein, dass Heizöl zu dem bei der Bestellung ausgewiesenen Preis geliefert wird. Das können wir immerhin garantieren.

Heute Morgen benötigen die Ölpreise keine Steuerung. Sie stehen fast still. Anders der Dollarkurs, er rauscht abwärts. Wie gesteuert das ist, wissen wir natürlich nicht. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 593,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 59,44 Dollar und in London zu 65,10 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8916 Euro . Damit kostet der Euro 1,1216 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise suchen nach Richtung, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Die Andeutung von Abgang, die darin zu erkennen ist, passt mit dem, was wir über den realen Ölmarkt wissen, gut zusammen. Er scheint auf unabsehbar lange Zeit überversorgt zu sein.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen kleckern stetig herein. Etwas mehr Dynamik kommt hingegen bei der Hoffnung auf günstigeres Heizöl auf. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem soliden Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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