Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise bleiben längerfristig sehr attraktiv

Internationaler Markt

Der Irak wird den Markt nach eigener Ankündigung im nächsten Jahr mit noch mehr Öl beglücken. Den ersten Einschuss wird es bereits im Januar geben. Die USA werden ihre Ölproduktion noch stärker steigern. Das ist mittlerweile so selbstverständlich, dass eine Ankündigung überflüssig ist. Den zusätzlichen Mengen steht keine nennenswerte Nachfragesteigerung gegenüber, so dass der Druck auf die Ölpreise anhält. Saudi Arabien ist nach eigenem Bekunden darauf eingestellt. Es erwartet einen Fall bis in den Bereich von 60 Dollar pro Barrel. Die Aussage soll die Wettbewerber vermutlich schocken und davor abhalten, weiteres Geld in teure Ölprojekte zu stecken, die keine Rendite abwerfen. Damit könnte der Angebotsanstieg wenigstens langfristig gedrosselt werden.

Die Schocktherapie der Saudis wird sich in Grenzen halten. Erstens ist es aus heutiger Sicht bis zur 60 Dollar-Marke kein großer Sprung mehr. US- und OPEC-Öl haben bereits die Sechs vorne stehen. Und zweitens haben viele Wettbewerber gar nicht die Möglichkeit, Geld auf andere Weise als durch Ölverkauf zu verdienen. Sie werden auch unabhängig vom Kapitalmarkt für Mengenwachstum sorgen. Schließlich stammt über 80 Prozent des weltweit geförderten Mineralöls von staatlichen Unternehmen. Der Aufruf von 60 Dollar bestätigt also eher Finanzjongleure, den Markt weiterhin bärisch zu sehen.

Trost finden die, die höhere Preise brauchen, neben Ölproduzenten sind das Pensionsfonds, derzeit nicht. Selbst die US-Bestandsdaten lassen bei ihnen keine Hoffnung aufkeimen. Da werden zwar hohe Abgänge aus den Rohöllagern dargestellt. Mit den ungenügend verkauften Produkten wird die Wirkung allerdings umgehend annulliert, zumindest in den Werten vom DOE (Department of Energy). Die API-Zahlen (American Petroleum Institute) stehen dieser Darstellung zwar entgegen. In derartigen Widerspruchsfällen werden sie aber schlicht als Bewertungsgrundlage gestrichen. Die einzelnen Bestandsdaten lauten wie folgt:

Rohöl: -3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,4 (DOE) bzw. ein Abbau von 4,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt solide 93 Prozent. Damit kann ordentlich Öl gekocht werden.

Heute Morgen liegen Börsianern ein paar gute Werte vom Konjunkturdatenbingo vor. China und die USA machen damit Hoffnung auf Wachstum. Die Eurozone steht indes schlecht da. Am Ölmarkt kann man damit keinen Stimmungswandel auslösen. Er wird weiterhin abwärts tendieren. Einzig der Dollar erfährt neue Stärkung. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 630,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 67,85 Dollar und in London zu 70,17 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8129 Euro . Damit kostet der Euro 1,2302 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben wieder ein wenig nach. In diesen Tagen geht es dabei gemütlich zu. Die großen Bewegungen sind einstweilen durch. Der Abwärtstrend ist indes vollkommen in Ordnung, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist.

Der Binnenmarkt ist gut in Schwung. Nun kommt der Handel mit den Öllieferungen doch in die eine oder andere Not. Nicht alle Bestellungen können in der üblichen Zeit abgewickelt werden. Das ist nicht zuletzt der Fall, weil durch die plötzliche Kälte mehr Notbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten, das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nicht mehr ganz oben. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist so stark, dass die attraktive Preissituation nicht ausreicht, um eine Kaufwelle aufrecht zu halten. Spekulativ eingestellte Leser sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den vielen Bestellern warten schon wieder noch mehr potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird rege angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf weiteren Abgang. Nach Lage der Dinge sollte noch mehr möglich sein. Es zeigt sich allerdings auch, dass einem besonders scharfen Fall ein Zwischenanstieg folgt. Aktuell sieht es so aus, als sei dieser schon gelaufen und nun eine seitwärts gerichtete Suchphase einsetzt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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