Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise drehen, Kunden kaufen

Internationale Markt

Das Jahrestief der Gasölpreise, dem börsengehandelten Vorprodukt für Heizöl, hielt nur kurz. Gestern zogen die Notierungen wieder aufwärts. Charttechnisch konnten wir bereits am Morgen eine Disposition zur Preiswende erkennen. Richtig Schwung bekam sie durch die erneute Eskalationsgefahr im Ukrainekrieg und die US-Bestandsdaten. An der allgemeinen Verfassung des Ölmarkts ändert das nichts. Er wird als ausgezeichnet versorgt eingeschätzt.

Der Ost-West-Konflikt um die Ukraine hat mittlerweile nicht nur eine bullische, sondern auch eine bärische Komponente. Sie kommt aufgrund der Sanktionen ins Spiel, die die Wirtschaft sowohl in Russland als auch in Europa spürbar trifft. Neue Konjunkturdaten für Deutschland zeigen eine heftige Bremsspur.

Die US-Ölbestände fielen in der letzten Woche kräftig. Dabei werden die Rückgänge bei den Produkten bullischer gesehen als die bei Rohöl. Finanzjongleure zeigten sich überrascht. Unter den Zahlenangaben der beiden erhebenden Institutionen, genießen die des DOE (Department of Energy) das Vertrauen der Interessenten, während die des API (American Petroleum Institute) eher Beiwerk sind, das bisweilen ausgeblendet wird. Im Einzelnen wurden folgende Angaben gemacht:

Rohöl: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 8,0 (DOE) bzw. 9,6 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank auf 92 Prozent. Aktuell mögen dem Wert noch ein paar technische Probleme zugrunde liegen. Zum Ablauf des Monats wird mit einem regulären Rückgang gerechnet, weil dann die Umstellung für den Winterbetrieb beginnt.

Auf der Angebotsseite bietet das kriegsgeschüttelte Libyen sein Öl lautstark an. Es ist dringend auf Abnahme angewiesen, um die Fördermöglichkeit von derzeit gut 0,5 Mio. Barrel pro Tag ausschöpfen zu können. Das Potenzial des Landes ist etwa dreimal so groß. Es wird in absehbarer Zeit nicht aktiviert werden können. Saudi Arabien bietet sein Öl in Asien und den USA mittlerweile mit Abschlägen an. Auch das gilt als Beleg für einen partiellen Wechsel von einem Verkäufer- zu einem Käufermarkt.

Heute Morgen geben die Ölbörsen keine erkennbare Tendenz für den Tag preis. Die wird wahrscheinlich erst mit Eintritt der New Yorker Finanzszene erkennbar. Unsere Schätzung lautet, wenig Veränderung bei Öl- und Dollarnotierungen. Die Tonne Gasöl kostet 880,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 96,95 Dollar und in London zu 104,66 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7475 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehen wieder aufwärts. Sie bleiben damit ihrem kurzfristigen Trend treu, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Aus den anderen Zeiteinstellungen geht hervor, dass die Situation nicht wirklich bullisch ist.

Der Binnenmarkt ist belebt. Bestellungen kommen ordentlich aber nicht stürmisch herein. Die Umkehrung der Preistendenz animiert die Beobachter unter den Kunden, nun schnell zu ordern. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren sie mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „gut“ halten.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich nicht mit Kaufverhalten und Preiseinschätzung der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Trotz der Eskalationsgefahr im Ukrainekrieg sieht die Mehrheit der Leser weiterhin fallende Preise vorher. Hier unterscheiden sich die Einstellungen derjenigen, die kaufen wollen oder müssen (Darstellung im Schwarm-O-Meter), und derjenigen, die eine Einschätzung ohne akute Konsequenz für das eigene Portemonnaie abgeben (Darstellung in der Lesereinschätzung). Wer auf Preisabgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten zwei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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