Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise drehen wieder abwärts

Internationaler Markt

Die Wirtschaften in Europa und China stottern. So sieht es zumindest die Finanzszene. Deshalb ruhen ihre Hoffnungen auf den USA. Das in der letzten Woche bekanntgegebene Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,6 Prozent für das zweite Quartal gegenüber dem Vorjahr war ihr eine Genugtuung. Man ahnt, wenn man kein modellgläubiger Volkswirt ist, dass die bemerkenswerte Zahl nach den -2,9 Prozent für das erste Quartal eher erratisch als verlässlich ist. Gestern wurden Konjunkturdaten veröffentlicht, die die guten Hoffnungen Lügen strafen. Die Ölnotierungen brachen postwendend kräftig ein.

Da die Eurozone weiterhin schlechter bewertet wird als die USA, konnte der Dollar seinen Aufwärtslauf trotz der enttäuschenden US-Daten fortsetzen.

Im physischen Ölmarkt zeigen sich ein paar Engpässe, die als bullische Injektionen in das Finanzgeschäft gelten. Sie betreffen den Osten der USA. Global spielen sie keine Rolle. Der Markt gilt als überversorgt. Die OPEC produziert derzeit mehr Öl, als sie verkaufen kann. Sie macht keine ernsthaften Anstalten, diesen Zustand kurzfristig zu ändern. Solange das so bleibt, besteht die Chance auf Fortsetzung des Abwärtstrends der Ölnotierungen. Die gestern an dieser Stelle aus der Charttechnik abgeleitete Idee einer fundamentalen Änderung am Ölmarkt, die das hohe Preisniveau der letzten Jahre infrage stellt, bekommt durch das aktuelle Geschehen zusätzliche Nahrung.

Heute Morgen lassen die Börsen nicht erkennen, dass der gestrige Preisverfall beim Öl nur ein Ausrutscher war, der schnell korrigiert werden müsste. Es ist durchaus möglich, dass weiterer Abgang alsbald folgt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 801,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 91,52 Dollar und in London zu 94,99 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7923 Euro . Damit kostet der Euro 1,2622 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise vollziehen eine scharfe Wende. Sie werden durch die Vorgaben der Börsen streng in den kurzfristigen Abwärtstrend eingebunden, wie die 3-Monats-Darstellung der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt wurde in den letzten Tagen spürbar ruhiger. Die steigenden Heizölpreise verstimmten und vertrieben einige Verbraucher. Das führt dazu, dass unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, nur noch einen mittleren Wert anzeigt.

Die Preisentwicklung schätzen unsere Leser ebenfalls kaum noch positiv ein. Daraus müsste man schließen, dass nun unabhängig von den Preisen nach Bedarf gekauft wird. Wahrscheinlich wird sich diese Einstellung heute wieder ändern, wenn die freundliche Perspektive des Preischarts erkannt wird.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten und der Preiseinschätzung von Kunden und Lesern. Interessenten, die den besten Moment der letzten Zeit verpasst und sich zurückgezogen haben, werden in Kürze wieder als Beobachter und vielleicht sogar als Käufer dabei sein.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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