Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise etwas billiger

Internationaler Markt

Die Überversorgung des Ölmarkts nimmt Formen an wie zur Zeit der Wirtschaftskrise in 2009. Damals war die Nachfrage so gering, dass die Vorratslager nicht mehr ausreichten, um die geförderten Mengen aufzunehmen. Sie wurden teilweise in Tankschiffen auf See gelagert. Der Preis für das Barrel Rohöl der Sorte Brent stürzte zwischen 2008 und 2009 von knapp 150 Dollar auf unter 40 Dollar ab. Bis Mitte 2009 hatte er sich auf 65 Dollar erholt. Die schlimmsten Panikzustände, die durch die Finanzkrise ausgelöst wurden, waren überwunden. Die Wirtschaft begann sich zu erholen.

Nominell läuft die Wirtschaft heute besser. Durch weltweite Krisen und Kriege droht ihr aber erneut eine Depression. Die Ölnachfrage ist geringer als prognostiziert. Das Angebot wächst schneller als erwartet, trotz der Krisen und Kriege. Wieder sind die Lager so voll, dass man beginnt, auf Seelagerung auszuweichen. Abermals stürzen die Ölnotierungen ab. Das Maß ist allerdings nicht vergleichbar mit dem der Jahre 2008 und 2009. Geschichtlich ist es sogar vermessen, von einem Absturz zu sprechen. Gestern wurde die Marke von 100 Dollar pro Barrel unterschritten. Diese Tatsache erhält zwar mediale Aufmerksamkeit. Die hat sie aber nicht verdient. Sie trat in den letzten Jahren häufiger auf. Den Unterschied zum großen Absturz macht das gefühlte Fehlen der Finanzkrise.

Die Lage am Ölmarkt könnte die Notierungen weiter schwächen. Höchst spekulativ und vollkommen unprofessionell biete ich einen Minimalwert von 90 Dollar pro Barrel für Brent an. Bei diesem Preis würde die OPEC zur Höchstform auflaufen. Keine Methode und kein Geschwätz werden ihr zu blöd sein, um ihn nach oben zu korrigieren. Wenn man nur lange genug wartet, erledigt sich das hypothetische Problem der OPEC von selbst. Bei einem zu niedrigen Preis wird die weltweite Förderung leiden. Irgendwann wird weniger Öl produziert als der Markt benötigt. Wenn dann erneut die durchaus plausiblen Gedanken vom Ende des Öls ins Spiel kommen, kennt der Preis nur noch eine Richtung, steil aufwärts.

Der Ölmarkt ist derzeit also ein Käufermarkt. Das heißt für Verbraucher hierzulande leider nicht, dass sie mit niedrigeren Ölpreisen rechnen dürfen. Dem steht die Dollarentwicklung entgegen. Sie ist streng bullisch. Nach den jüngsten Maßnahmen der EZB muss mit einer weiteren Euro-Schwächung, das heißt mit einem weiteren Dollaranstieg gerechnet werden. Dabei wird allenfalls eine Seitwärtsschwingung der Heizölpreise unterhalb von 80 Eurocent pro Liter bei 3.000 Liter Liefermenge herauskommen.

Heute Morgen legen Öl- und Dollarnotierungen mit ihren ersten Bewegungen den Schluss nahe, dass sich beide Trends fortsetzen werden. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 848,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,95 Dollar und in London zu 100,02 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7762 Euro . Damit kostet der Euro 1,2883 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Dabei bleiben sie im kurzfristigen Aufwärtstrend gefangen, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Im Binnenmarkt ist nun wieder eine gewisse Zurückhaltung der Kunden zu bemerken. Die zuletzt guten Auftragseingänge sorgen zwar noch für längere Lieferzeiten als üblich, sie werden aber in Kürze zur Normalität zurückkehren. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise „nur noch“ für akzeptabel halten.

Die Preisentwicklung schätzen unsere Leser hingegen wieder sehr positiv ein. Das ist eine drastische Änderung ihrer Ansicht gegenüber dem Vortag. Wer auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen. Gegen den steigenden Dollar zu wetten, ist mutig bis übermütig. Zudem sollten die Kriege an verschiedenen ölrelevanten Orten der Welt trotz aller Beruhigungspillen, die hier verabreicht werden, nicht unterschätzt werden.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser. Viele Kunden beurteilen die Preise sinnvollerweise im wirtschaftlichen und politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends noch intakt. Aus dem längerfristigen Trend wird allerdings deutlich, dass die Hoffnung auf günstigere Preise grenzwertig ist. Sie verliert ihr solides Fundament. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen