Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise fahren Achterbahn

Internationaler Markt

Finanzjongleure an den Ölbörsen sind verwirrt. Auf der Suche nach dem angemessenen Preis, der die verschiedenen Markteinflüsse ordentlich abbildet, gerät ihr System in selbstverstärkende Schwingungen. Auf den kräftigen Preisabschwung am Dienstag folgte ein noch kräftigerer Preisaufschwung am Mittwoch. Der Verdacht liegt nahe, dass hier mal wieder Computersysteme aus dem Ruder laufen. Aus der Physik ist bekannt, dass derartige Phänomene zur Selbstzerstörung der Apparatur führen können. Intuitive menschliche Eingriffe zur Beruhigung des Systems wirken oft kontraproduktiv. Schauen wir mal, wie die Finanzspezialisten mit dem Problem klar kommen.

Natürlich werden jeden Tag kleine, plausibel klingende Geschichten zu den Preisentwicklungen von Börsenbeobachtern und Analysten entwickelt. Die für gestern besagt, dass der Versuch, in der Ukraine eine Waffenruhe zu erwirken und darüber den Ost-West-Konflikt zu beruhigen, die Chance offenbart, zu normalen Wirtschaftsbeziehungen zurückzukehren. Das wäre der europäischen Konjunktur und der Ölnachfrage zuträglich.

Die für Kriegszeiten untypische Marktentwicklung, kein Einbruch der Ölversorgung, hat bereits den Rang einer gegenwärtigen Selbstverständlichkeit erreicht. Sie wird durch die Vorgänge in Libyen unterstrichen. In der Region Tripolis herrschen Bürgerkriegszustände. Sie bedrohen das ganze Land. Die Kriegsparteien bemühen sich trotz aller Feindschaft, die Ölindustrie nicht in Mitleidenschaft zu ziehen und ihren Wiederaufbau zuzulassen. Tatsächlich werden täglich kleine Steigerungen der Förderung gemeldet. Ähnlich sieht die Lage im Irak aus. Nicht zuletzt dadurch kommt es zu der oft zitierten guten Versorgungslage am Ölmarkt.

Heute Morgen zeigt die Preisentwicklung ein Spiegelbild zur gestrigen Situation. Man erkennt eine kleine Gegenbewegung zum starken Anstieg. Insgesamt sieht es aber nach einer Fortsetzung des Aufwärtslaufs aus. Bleibt abzuwarten, was tatsächlich geschehen wird. Die Finanzszene wird vom Ergebnis genauso überrascht sein wie das Publikum. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 864,25
Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,89 Dollar und in London zu 102,23 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7609 Euro . Damit kostet der Euro 1,3142 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise nehmen die Vorgabe von den Ölbörsen abermals auf. Sie steigen. Das Auf und Ab der letzten Tage findet vollständig im Kanal des schwachen Aufwärtstrends statt, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt ist belebt. Gute Auftragseingänge sorgen für längere Lieferzeiten als üblich. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise trotz des Anstiegs als sehr kaufenswert ansehen. Das ist ein typisches Verhalten bei einer Wende der Preisentwicklung zum Schlechteren.

Die deutlich gestiegene Erwartung unserer Leser, morgen günstigere Preise zu sehen, wurde nicht bestätigt. Viele Kunden entschieden sich, der Enttäuschung mit einem Kauf ein Ende zu setzen. Wer weiterhin auf Abgang spekuliert, sollte dies furchtlos aber wachsam angehen. Ein Abheben der Preise ist sehr unwahrscheinlich. Ein Rückgang ist nach Lage der Dinge immerhin möglich. Am wahrscheinlichsten ist der Übergang zu einer schwungvollen Seitwärtsbewegung.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser aber nicht mit dem Kaufverhalten der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends noch intakt. Aus dem längerfristigen Trend wird allerdings deutlich, dass die Hoffnung auf günstigere Preise grenzwertig ist. Darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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