Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise gut ins neue Jahr gekommen

Internationaler Markt

Prost Neujahr. Die Ölpreisentwicklung ist allerdings noch nicht in 2015 angekommen. Das Gros der Finanzszene steigt erst Montag wieder in den Ring. Die verbliebenen Hardcore-Händler haben es am letzten Tag des alten Jahres geschafft, ein neues Jahrestief der Ölpreise zu markieren und diese danach ordentlich in die Höhe zu treiben. Es entwickelte sich somit doch noch ein für die „dünne“ Handelszeit typischer Tag mit kräftigem Ab und Auf der Preise. Mit Börsenalltag hat das wenig zu tun.

Der Markt böte durchaus die Chance, auf den ultimativen Preisanstieg zu verzichten. Dafür stehen die ebenfalls Silvester veröffentlichten US-Bestandsdaten. Sie zeigen zwar einen Rückgang in den Rohöllagern. Insgesamt weisen sie aber erneut Anstiege aus. Im Einzelnen wurden von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den beiden für die Erhebungen zuständigen Institutionen, folgende Werte zur Veränderung gegenüber der Vorwoche geliefert:

Rohöl: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 3,1 (DOE) bzw. 2,8 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung steht bei starken 94 Prozent.

Die Nachfrage nach Heizöl und Benzin ist in den USA gestiegen. Das könnte immerhin als fundamentales Datum für ein wenig Preisanstieg gewertet werden. Gleichzeitig sehen wir aber relativ schwache Konjunkturdaten für die USA und China, die das bullische Argument annullieren.

Alles in allem verlief die Ölpreisentwicklung in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren moderat bärisch. Stark bullisch entwickelte sich hingegen der Dollar. Mit etwas Wohlwollen kann man die beiden Kursverläufe im gesamten Jahr 2014 als annähernd spiegelbildlich ansehen. Einzig die Wucht der Veränderung ist beim Öl mit -50 Prozent deutlich stärker ausgeprägt als beim Dollar mit +15 Prozent. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht zu erkennen. Beim Öl hat sie aber definitiv einen unteren Boden, der noch 10 bis 20 Prozent entfernt sein dürfte. Einen oberen Deckel gibt es beim Dollar hingegen nicht. Die Eurozone zeigt sich mal wieder als Hort divergierender Volkswirtschaften und einer unkalkulierbaren Zentralbankpolitik.

Heute Morgen entwickelt sich an den Ölbörsen eine Gegenbewegung zum letzten Preisanstieg. Das ist angesichts der von Überversorgung geprägten Marktlage allemal plausibel. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 524,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 53,54 Dollar und in London zu 57,30 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8298 Euro . Damit kostet der Euro 1,2051 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen gegen Ende der durch Feiertage aus dem Gleichgewicht gebrachten Handelszeit zwischen den Jahren einen gewissermaßen typischen Verlauf. Es ging seitwärts im übergeordneten Abwärtstrend, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die Richtung des Trends dürfte noch erhalten bleiben. Wir rechnen aber mit seiner Abschwächung.

Im Binnenmarkt ist es in diesen Tagen ruhiger. Dennoch ist der Handel hart gefordert, da die Zeit nur wenige Arbeitstage zulässt. Die Liefererzeiten sind gestiegen. Das liegt auch daran, dass im Winter und speziell um Weihnachten und Silvester mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur auf einer mittleren Position. Es gibt wieder viele Beobachter, die auf einen besseren Kaufmoment warten. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist derzeit sehr hoch, wie der Lesereinschätzung ist zu entnehmen.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt abgesehen von Bayern wieder Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen ungeachtet der fehlenden Kaufempfehlung auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Ölbörsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann bisweilen zu starken Gegenreaktionen führen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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