Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise im Abwärtsrausch

Internationaler Markt

Bodenbildung, wir sehen eine Bodenbildung. So oder so ähnlich klingt es, wenn die einflussreichsten Finanzjongleure über die Ölpreise sprechen. Es hat etwas Beschwörendes. Der Abgang geht indes weiter. Den Finanzleuten bleibt nichts anderes übrig, als die Preisprognosen nach unten zu korrigieren. Das ist immer noch ein laufendes Verfahren. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Ölboom und minderwertige Konjunkturentwicklung seien ursächlich für die überraschende Entwicklung. Das kann man so sehen. Man muss es nicht so sehen. An der Überversorgung des Marktes gibt es kaum einen Zweifel. Da sind sicher eine Million Barrel pro Tag zuviel im Angebot. Die Reservekapazitäten der Produktion, die maßgeblich für eine stabile Entwicklung sind, sehen dagegen schwach aus. Sie waren vor vier Jahren, als sich die Ölpreise auf gleichem Niveau bewegten wie heute, deutlich höher. Das lässt nur den Schluss zu, dass die Anbieter ihre Ware lieber heute als morgen loswerden wollen. Sollte die Nachfrageentwicklung so desaströs sein, dass sie kein Morgen sehen? Die globale Konjunkturentwicklung lässt diesen Schluss nicht zu. Sicher, es kommen täglich wechselnde Daten herein, mal gut, mal schlecht. Hier liegt aber eher ein Prognoseproblem der Volkswirtschaftslehre als ein echtes Wachstumsproblem der Wirtschaft vor. Was also treibt den Ölpreisverfall voran? Ein erbitterter Kampf um Marktanteile? Die Bekämpfung neuer Technologien zur Ölförderung? Oder die Sorge, dass die vermeintliche Lösung der Finanzkrise gar keine ist und wir in Kürze den gebremsten Crash von 2008 in voll Wucht erneut erleben, mit allen erdenklichen Desastern für die Wirtschaft? Wir wissen es nicht. Wir sehen nur, dass am Ölmarkt etwas passiert, was in dieser Form vollkommen unerwartet kam und was eine starke Eigendynamik entwickelt. Sie bringt immer neue Tiefpreise hervor.

Heute Morgen war das schon wieder der Fall. Nach einem erneuten Minimum erholen sich die Notierungen ein wenig. Der Trend ist aber völlig klar. Abwärts, nur Abwärts. Der Dollar macht es anders. Er steigt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 612,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 65,21 Dollar und in London zu 68,32 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8142 Euro . Damit kostet der Euro 1,2281 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise markieren das nächste Preistief der letzten viereinhalb Jahre. Mittlerweile lösen derartige Ereignisse keinen Kaufrausch mehr aus. Heizöl sollte schließlich noch günstiger werden. So geht Deflation. Der Preis ist spitze, aber kaum jemand kauft.

Der Binnenmarkt bleibt dennoch einigermaßen in Schwung. Der Handel benötigt für die eine oder andere Lieferung mehr Zeit als üblich. Das liegt daran, dass durch die plötzliche Kälte mehr Eilbestellungen aufliefen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht hoch, aber nicht ganz oben. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist so stark, dass die attraktive Preissituation nicht ausreicht, um die Kaufdynamik anzufachen. Noch nie waren unsere Leser so bärisch eingestellt wie heute. Spekulativ eingestellte Kunden sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den Bestellern warten noch viele potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird durchaus angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das möglich sein. Aktuell erwarten wir allerdings eher eine seitwärts gerichtete Suchphase. Die physische Marktlage sollte erst im Verlauf des neuen Jahres weitere Preistiefs bringen. Die realen Ereignisse strafen uns Lügen. Die Abwärtsdynamik erschlägt die Logik der Marktdaten.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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