Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise im Aufwärtsschwung

Internationaler Markt

Die Finanzszene hat die bullische Brille auf. Die filtert alle bärischen Einflüsse des Markts heraus. Die Reduzierung des lockeren Geldschöpfens in den USA ist so ein Einfluss, auch wenn er quantitativ kaum zählt. Die jüngsten Konjunkturdaten für die USA sind schwer bärisch. Sie werden ebenfalls herausgefiltert. Gesehen wird hingegen ein Gesetzentwurf über die Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran, der im US-Kongress zur Abstimmung ansteht. Er ist eine diplomatische Idiotie, die die Atomverhandlungen stört. Obama hat bereits zu verstehen gegeben, das Gesetzt im Fall der Zustimmung mit seinem Veto zu kippen. Gesehen wird auch, dass ein gewerkschaftlich organisierter Teil der französischen Raffineriearbeiter vier von fünf Total-Anlagen des Landes im Stillstand hält. Pikant ist, dass in einer abgeschalteten Raffinerie bereits eine Mehrheitsentscheidung der Arbeiterschaft zur Beendigung des Streiks getroffen wurde, die von den Gewerkschaftern nicht akzeptiert wird. Gesehen wird vor allen Dingen, dass die US-Ölnachfrage im November um fast fünf Prozent höher ausfiel als ein Jahr zuvor und einen Höchststand seit 2010 erreichte. Bei Benzin ist das Plus sogar noch höher. Der Verbrauch ist mit dem des Jahres 2007 vergleichbar. Die Aussagen basieren auf Daten des Industrieinstituts API (American Petroleum Institute). Sie schlagen deutlich aus dem Trend zu geringerem Ölverbrauch. Das API zeigt aber auch, dass die Zunahme der Produktion das Nachfragewachstum erheblich übertrifft. Das weiß die Finanzszene, sie sieht es aber nicht durch die bullische Brille.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen kräftig an. Sie werden von den Öl- und Dollarnotierungen getrieben. Vom Binnenmarkt kommt kein Preisimpuls. Aktuell sehen wir den unbefriedigenden Teil einer eigentlich freundlichen Preisentwicklung. Er trat nun schon mehrmals auf dem Niveau von 80 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt für die Referenzmenge von 3.000 Liter zu Tage. Irgendwann in nicht all zu ferner Zukunft sollte dieses Niveau geknackt werden. Einen Absturz wird es darunter allerdings nicht geben, sondern wieder nur Vorteile von wenigen Cent. Wer darauf spekulieren will, braucht eine ordentliche Restmenge im Tank, gute Nerven, viel Geduld und die tägliche Marktinformation aus dem PC oder dem Smartphone. Wem diese Umstände zu aufwendig sind, kann derzeit zu einem im Vergleich zu den beiden Vorjahren immer noch ordentlichen Preis einfach kaufen. Das ist bestimmt kein Fehler. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libysches Öl kommt allenfalls tropfenweise zurück in den Markt
US-Verbrauch im November stark gestiegen
Total-Raffinerien in Frankreich bestreikt
China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölangebot übertrifft Rohölnachfrage
Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot
FED probt den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet

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