Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise im Aufwärtstrend

Internationaler Markt

Die außerordentlichen Impulsgeber der Ölbörsen, Irak und Ukraine, sollten gestern von den gewöhnlichen Einflüssen in den Schatten gestellt werden. Erwartet wurden gute Wirtschafts- und Nachfragewerte, die sich unter anderem in den US-Bestandsdaten zeigen. So kam es nicht. Am Ende war der Irak doch wieder der wesentliche Preistreiber.

Um es kurz machen, die US-Wirtschaft läuft, aber sie läuft nicht befriedigend. Die Fed (US-Notenbank) fährt die exzessive Staatsfinanzierung, die es gar nicht geben dürfte, weiter zurück. An Zinserhöhungen ist aber nicht zu denken. Der Dollar verliert an Wert. Die Bedrohung der globalen Wirtschaft durch die Folgen der zügellosen US-Verschuldung wird mangels Lösungsmöglichkeiten derzeit einfach ignoriert. Die aufregenden geopolitischen Themen sind dem Ignorieren der eklatanten Fehleinstellung dienlich, stellen allerdings selbst eine hohe Bedrohung dar.

Die US-Bestandsdaten des DOE (Department of Energy) sind im Kern bärisch. Die Tatsache, dass die Benzinnachfrage in der letzten Woche stieg, ist bullisch. Insgesamt werden die Daten neutral bewertet. Die Angaben des API (American Petroleum Institute) wirken fehlerhaft. Sie werden nicht gewürdigt. Im Einzelnen wurden folgende Zahlen zu Protokoll gegeben:

Rohöl: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,6 (DOE) bzw. ein Abbau von 5,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank auf 87 Prozent. Ursächlich sind ein paar Anlagenausfälle, die in den Bestandsdaten der nächsten Woche überwunden sein sollten.

Aus alldem lässt sich keine klare Richtung für die Entwicklung der Ölpreise ableiten. Anders sieht es bei der Bewertung der Vorgänge im Irak aus. Sie versetzen die Ölwelt in den Krisenmodus. Stille Unterstützung erhält er durch die verhärtete Lage im ukrainisch-russischen Gasstreit und durch den Totalausfall Libyens als Öllieferant. Angesichts des eigentlich prächtigen Versorgungspotentials ist die Ausbildung eines Aufwärtstrends der Ölpreise ein überraschendes, vor dem Hintergrund der provozierten Auflösung von Ordnung gleichwohl ein konsequentes Ereignis.

Aus rein preislicher Sicht ist die Lage ernst aber keineswegs hoffnungslos, wie die längerfristige Betrachtung der Rohölpreise zeigt. Aktuell konstatieren wir, die Preisspitzen sind in den letzten drei Jahren schon mehrfach aufgetreten. Insgesamt hielten sich die Preise gleichwohl in erträglichen Grenzen.

Heute Morgen zieht es die Ölnotierungen weiter aufwärts. Ohne Zweifel befinden sie sich in einem Lauf, dessen Ende derzeit nicht absehbar ist. Die Tonne Gasöl kostet 938,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,51 Dollar und in London zu 114,68 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3623 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise werden immer teurer. Nun haben sie im Bundesdurchschnitt die Marke von 80 Cent pro Liter bei 3.000 Liter Liefermenge überschritten. Als Krisenpreis ist der Wert weiterhin akzeptabel. Im Vergleich der letzten Monate und der bis vor Kurzem noch gültigen Perspektive ist er unbefriedigend.

Der Binnenmarkt ist eingeschlafen. Bestellungen kommen so gut wie gar nicht mehr herein, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Der Handel hebt die Rabatte in den Preisen an. Eine spürbare Wirkung geht davon nicht aus. Die Kauflaune ist dahin.

Das mathematische Tiefpreis-System entfernt sich immer weiter von möglichen Kaufsignalen. Als Kaufgrund kann allenfalls die Sorge vor noch mehr Preissteigerung oder ein leerer Tank dienen. Unsere Leser verfestigen ihre pessimistische Einschätzung zur Preisentwicklung. Tag für Tag erwartet die Mehrheit teureres Heizöl. Als Überbringer der aktuellen Nachrichten aus der Ölwelt teilen wir die Einschätzung. Einzig die Preisgeschichte macht Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die wären rein charttechnisch sogar im Rahmen der kurz- und mittelfristigen Aufwärtstrends zu haben. Es müsste nur einmal eine entspannende Nachricht her. Immerhin, längerfristig weist der Trend nach wie vor abwärts. Uns bleibt nur zu konstatieren, dass die aktuellen Heizölpreise auf dem Niveau der letzten Jahre liegen. Sie sind trotz der bedrohlichen Ereignisse noch nicht davongeflogen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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