Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise im Bann der Fed

Internationaler Markt

Es kam wie angekündigt. Der gestrige Tag stand unter dem gewaltigen Einfluss der Entscheidung der US-Notenbank über ihre Geldpolitik. Die letzte Sitzung des scheidenden Notenbankchefs Ben Bernanke verlief ungewohnt einmütig. Die Entscheidung, die Wertpapierankäufe der Fed weiter zurück zu fahren, fiel einstimmig aus. Trotz der Warnungen des Internationalen Währungsfonds wird betont, dass die Fed ausschließlich der US-Konjunktur verpflichtet ist. Die Finanzmärkte fürchten zurzeit das Platzen einer Blase in den Schwellenländern, die vom billigen Geld bisher profitierten. Um einem Wertverfall ihrer Währungen entgegen zu wirken, hatten sie bereits ihre Leitzinsen erhöht. An den Ölbörsen fuhren die Notierungen Achterbahn. Der Euro verlor kurzfristig deutlich an Wert, konnte sich aber schnell wieder erholen und ging praktisch unverändert aus dem Handel.

Ein zweiter Preismotor machte sich gestern bemerkbar. Die wöchentlich bekannt gegebenen US-Bestandsdaten und insbesondere ihre Veränderungen zur Vorwoche sorgten für Aufwind. Im Einzelnen gaben DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Bestandsberichte zuständigen Institutionen, Folgendes zu Protokoll:

Rohöl: +6,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,0 (DOE) bzw. von 3,3 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 88 Prozent. Trotz des Gesamtaufbaus wurden die Abbauten im Bereich Heizöl und Benzin deswegen als preistreibend eingestuft, weil sie unerwartet und trotz gestiegener Raffinerieauslastung entstanden.

Nach der Achterbahnfahrt an den Ölbörsen verließen die Ölnotierungen den Handel auf erhöhtem Niveau. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 921,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,50 Dollar und in London zu 107,73 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 73,28 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Die Gefahr, dass sie heute aber im Verlauf des Tages ansteigen, besteht. Zurzeit werden die Anstiege zum großen Teil vom Binnenmarkt geschluckt. Das kann er aber nur kurzfristig aushalten. Dann werden auch die Heizölpreise den Ölnotierungen wieder folgen müssen. Die Heizölpreise bewegen sich zurzeit fest im kurzfristigen Abwärtstrend. Aufgrund der guten Gesamtbestände kann dies auch so bleiben. Insbesondere die stabile Reaktion des Euros auf die Fed-Entscheidung lässt neue Hoffnung wieder aufkeimen. Auch mittel- und langfristig sind die Heizölpreise weiter in der Abwärtsbewegung. Im Vergleich zu den letzten zwei Jahren steht der Heizölpreis hervorragend. Wir kommen dem Umstand immer näher, dass Heizöl bald sogar billiger sein wird als in den letzten drei Jahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kältewelle in den USA
US-Bestandsdaten
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
US-Notenbank pumpt weiterhin viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Konjunkturdaten aus China schwach
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Angekündigte Liefermengen aus der Nordsee
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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