Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise im Bann des Spiels Aufstieg gegen Planlosigkeit

Internationaler Markt

Nun rollt der Ball wieder im Ost-West-Konflikt um die Ukraine. Die Partie Aufstieg gegen Planlosigkeit geht in die Verlängerung. Nachdem der Aufsteiger sich zuvor ein wenig fallen ließ und seine Angriffsreihe weit ins eigene Feld zurückzog, steht sie jetzt wieder an der Mittellinie nahe am Gegner. Der versucht das Spiel zu machen. Seine Fans und Sponsoren sind bemüht, die Mannschaft von Planlosigkeit mit eben dieser Einstellung voranzutreiben. Es sieht aber nicht so aus, als hätte Planlosigkeit die Mittel, die Partie zu entscheiden. Die Tribüne spürt das und steigert das Engagement. Eine neue Sanktionswelle macht die Runde. Hoffentlich fällt dem Überschwang der Gefühle nicht das fragile Energiesystem des Stadions zum Opfer. Das könnte teuer werden.

In Libyen fällt nun täglich mehr Öl an, das zum Abtransport bereit steht. Noch trauen sich Händler nicht an das unsichere Angebot heran. Das wird sich spätestens ändern, wenn es russische Ausfälle zu ersetzen gilt. Außerdem sind da noch die Atomverhandlungen mit dem Iran, die vom Westen je nach Marktlage gestaltet werden können. Bei nennenswerten Ausfällen aus dem Osten könnte man schnell zu einer Einigung kommen, die relativ zügig zusätzliches iranisches Öl auf den Markt lassen würde.

Die neuen US-Bestandsdaten sehen auf den ersten Blick so aus, als könnte die Welt das iranische Öl ohnehin gut gebrauchen. Die Rohölbestände gehen nämlich wegen hoher Nachfrage zurück. Der Eindruck täuscht allerdings. Die Nachfrage kommt weniger von den US-Verbrauchern als von den Raffinerien. Sie produzieren kräftig und verkaufen ihre reichlich überschüssige Ware ins Ausland. Sie entlastet den Weltmarkt mindestens so stark wie die rückläufigen Rohölvorräte diesen belasten. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Erhebungen zuständigen Institutionen, legten gestern folgende Zahlen zur wöchentlichen Veränderung in den Lagern vor:

Rohöl: -7,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,8 (DOE) bzw. 5,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf starke 94 Prozent. Einen nennenswerten Einfluss auf die Ölnotierungen üben die Bestandsmeldungen nicht aus.

Bedingt durch die neue Sanktionswelle gegen Russland wird der Markt nun wieder schwach bullisch gesehen. Heute Morgen offenbart sich dieser Umstand allerdings noch nicht in den Ölnotierungen. Nennenswerter Auftrieb ist hingegen beim Dollar zu erkennen, das heißt, der Euro verliert an Wert. Die Tonne Gasöl kostet 881,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,50 Dollar und in London zu 107,23 Dollar gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3525 US-Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise laufen seitwärts. Sie erfüllen damit die Erwartungen an das Marktgeschehen der letzten Tage. Die neue Lage kann die Preisentwicklung negativ beeinflussen.

Die derzeit freundlichen Preise halten den Binnenmarkt lebendig. Der Handel kommt damit gut klar. Die Lieferzeiten wurden in einigen Gegenden ein wenig erhöht. Über ernste Schwierigkeiten beschwert sich aber niemand. Alles läuft rund. Selbst die kleinen Rabatte in den Preisen existieren noch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt das entsprechende Käuferverhalten an. Die Preise werden von der Menge als gut eingestuft.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt ihnen Recht. Die Kaufdaumen zeigen in Deutschland mit Ausnahme von Berlin nach oben. Dort ist der „perfekte“ Kaufmoment seit Montag beendet. Unsere Leser reduzieren ihre Erwartung an bessere Preise ein wenig. Wer dennoch auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos einer grenzwertigen Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung findet im Rahmen der Abwärtstrends statt. Diese sind in den verschiedenen Zeitstufen unterschiedlich steil. Der kurzfristige Trend ist nahe an einer Seitwärtsbewegung. Der längerfristige Trend macht immer noch Hoffnung auf mehr Abgang. Wie gesagt, darauf zu setzen ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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