Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise im freien Fall: „Weiter, immer weiter.“

Internationaler Markt

Bei 80 Dollar pro Barrel sollte Schluss sein. Dort lag das Niveau der Grenzkosten für die US-Förderung und dort lag die Schmerzgrenze der OPEC. Das war vor gut einem Monat. Dann rechnete man in den USA die Kapitalkosten der Investition heraus und bei der OPEC nahm man Schmerzmittel. Seitdem folgen die fallenden Preise Oli Kahns Motivationsmantra „weiter, immer weiter“.

Gestern durchbrachen die Notierungen der US-Standardsorte WTI die Marke von 60 Dollar pro Barrel. Dieser Wert wurde zuletzt im Sommer 2009 gehandelt. Ähnlich sieht es bei Nordseeöl Brent aus. Und selbst die in Euro notierten Preise befinden sich nahe eines Fünf-Jahres-Tiefs. Gute oder schlechte Konjunkturdaten, Krieg oder Frieden, steigender oder fallender Dollar, das ist alles irrelevant in diesen Tagen. Nur der Satz steht: „Weiter, immer weiter“.

Vielleicht sehen wir heute eine Gegenbewegung zum Preisabgang. Irgendwann muss sie ja kommen. Ein kleiner Auftakt ist an den Ölbörsen immerhin zu erkennen. Aber wahrscheinlich erscheint uns heute Abend, wenn die Bücher geschlossen werden, wieder die Imagination von Oli Kahn und tönt „Weiter, immer weiter“. Zur Stunde kostet die Tonne Gasöl 574,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 59,39 Dollar und in London zu 63,48 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8071 Euro . Damit kostet der Euro 1,2390 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise markieren das nächste Preistief. Seit nunmehr zehn Tagen geht es nur in eine Richtung, weiter, immer weiter abwärts. Ein Fünf-Jahres-Tief der Heizölpreise ist zum Greifen nahe. Mittlerweile lösen derartige Ereignisse keinen Kaufrausch mehr aus. Heizöl könnte schließlich noch günstiger werden. So geht Deflation. Der Preis ist spitze, aber kaum jemand kauft.

Dass kaum jemand kauft, ist in diesem Fall relativ. Der Binnenmarkt ist recht gut in Schwung. Der Handel benötigt für die eine oder andere Lieferung sogar etwas mehr Zeit als üblich. Das liegt daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur auf einer mittleren Position. Der Glaube an noch günstigeres Heizöl ist so stark, dass die attraktive Preissituation nicht ausreicht, um eine gebührende Kaufwelle anzufachen. Spekulativ eingestellte Kunden sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den Bestellern warten noch viele potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird durchaus angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das möglich sein. Aktuell erwarten wir allerdings eher eine seitwärts gerichtete Suchphase. Die physische Marktlage sollte erst im Verlauf des neuen Jahres weitere Preistiefs bringen. Die realen Ereignisse strafen uns Lügen. Die Abwärtsdynamik erschlägt die Logik der Marktdaten und produziert Übertreibung.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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