Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise in die richtige Spur zurückgeholt

Internationaler Markt

In den letzten zwei Wochen zogen die Ölnotierungen ein wenig an. Ein Anstieg der Risikoprämie angesichts der erschütternden Kriegsschauplätze scheint die Erklärung dafür zu sein. Wirklich überzeugend ist sie in einem ausgezeichnet versorgten Ölmarkt bei relativ schwacher Konjunkturentwicklung aber nicht. Gestern zogen Finanzjongleure oder ihre Computerprogramme die Konsequenz. Sie annullierten mit einem Schlag den Anstieg und führten die Preisentwicklung zum mittelfristigen Abwärtstrend zurück, allerdings nur in der Dollar-Notierung.

Rohöl der Sorte Brent und Gasöl erreichten dabei neue Jahrestiefstände, wie in der 12-Monats-Ansicht unserer Charts (schwarze Linie) zu erkennen ist. Die durch und durch bullische Dollarentwicklung nahm sich eine Pause. In dieser Kombination hat das Ganze eine positive Wirkung auf die heimischen Heizölpreise.

Die Rückkehr zum scharfen Abwärtstrend der Ölnotierungen weckt Hoffnung auf einen Preisverfall. Sie sollte mit Vorsicht behandelt werden. Mittlerweile kommen insbesondere aus den USA eine Reihe positiver Konjunkturdaten, die einen eventuellen Absturz verhindern können. Zudem ist das Kriegsgeschehen immer für eine Wende gut. Und schließlich ist zu erwarten, dass die OPEC bei einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung Öl aus dem Markt nehmen wird.

Heute Morgen gibt es eine kleine Gegenreaktion an den Ölbörsen. Die fällt so schwach aus, dass es naheliegender scheint, auf eine Fortsetzung des Abgangs als Tagestrend zu spekulieren. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 851,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,22 Dollar und in London zu 100,78 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7612 Euro . Damit kostet der Euro 1,3137 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise nehmen die Vorgabe von den Ölbörsen auf. Sie sinken. Dabei bleiben sie im Kanal des schwach steigenden Aufwärtstrends gefangen, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt ist belebt. Gute Auftragseingänge sorgen für längere Lieferzeiten als üblich. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen trotz des Preisrückgangs weniger zufrieden sind als gestern. Das ist ein typisches Verhalten bei einer Wende der Preisentwicklung zum Besseren.

Die plötzlich gestiegene Erwartung unserer Leser, morgen günstigere Preise zu sehen, bestätigt das. Wer auf Abgang setzt, sollte die Hoffnung nicht überstrapazieren und sich das Risiko der Wette vergegenwärtigen. Gegen den steigenden Dollar zu spekulieren, ist mutig bis übermütig. Zudem sollten die Kriege an verschiedenen ölrelevanten Orten der Welt trotz aller Beruhigungspillen, die hier verabreicht werden, nicht unterschätzt werden.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser. Käufer gibt es allerdings weiterhin in großer Zahl. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise nach ihrem persönlichen politischen Verständnis und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends noch intakt. Aus dem längerfristigen Trend wird allerdings deutlich, dass die Hoffnung auf günstigere Preise grenzwertig ist. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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