Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise kaum aus der Spur zu werfen

Internationaler Markt

Anfang des Jahres gehörten die Verhandlungen zur Beendigung des Atomstreits mit dem Iran sowie das drohende Ende Libyens als Staat und als Öllieferant zu den heißen und bullischen Themen der Ölpreisbildung. Inzwischen ist die Welt um einige Kriege und Krisen unsicherer und um ein paar Millionen Barrel Öl reicher. Die Preise verloren ein Viertel ihres Werts. Das Staunen darüber liegt noch in der Luft. Gefühlt hat sich die geopolitische Lage in weniger als einem Jahr fundamental geändert. Die Welt scheint eine andere geworden zu sein. Umso erstaunlicher ist es, dass wir heute die gleichen Themen auf der Agenda haben wie damals.

Libyen ringt um die Wiedereröffnung eines blockierten Hafens und die Wiederinbetriebnahme eines von Rebellen angegriffenen Ölfelds. Das Hafenpersonal fordert ausstehendes Gehalt ein. Ob die Rebellen das Ölfeld übernehmen oder zerstören wollen, ist nicht bekannt. Die Atomverhandlungen mit dem Iran sollten bis zum 24.11. abgeschlossen sein, erfolgreich versteht sich. Sie sind mal wieder festgefahren. Angesichts der knappen verbleibenden Zeit ist ein Misserfolg wahrscheinlich. Das würde bedeuten, dass die Sanktionen gegen den Iran nicht aufgehoben werden können. Vermutlich wird eine dritte Verhandlungsrunde irgendwann im nächsten Jahr angesetzt und die gegenwärtige Teilaufhebung der Sanktionen fortgesetzt.

Für die Finanzjongleure an den Börsen sind derartige Nachrichten nun keine bullische Bewaffnung mehr. Die Ölnotierungen bleiben unten. Heute Morgen zeigen sie sogar eine gewisse Neigung, weiter abzubröckeln. Endgültiges lässt sich noch nicht erkennen. Hierzulande dürfte eine temporäre Dollarschwäche mehr Aufmerksamkeit bekommen. Schließlich war die Währung in den letzten Tagen der wesentliche Verhinderer tieferer Heizölpreise. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 725,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 77,30 Dollar und in London zu 80,89 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8008 Euro . Damit kostet der Euro 1,2487 Dollar

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise folgen nun brav einem kurzfristigen Seitwärtstrend, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Wir vermuten, dass die Preise weit in den Winter hinein durch diesen Trendkanal geleitet werden.

Das Interesse, sich mit Heizöl einzudecken, ist deutlich geringer geworden als in den letzten Wochen. Der Handel überstand den Sturm und Drang ohne nennenswerte Engpässe. Die Lieferzeiten sind nun wieder entspannt. Selbst Notbelieferungen passen in die Abwicklung. Sie sind nur eine Frage des Preisaufschlags. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur noch auf mittlerer Stufe.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist wankelmütig. Heute ist er mal wieder hoch. Die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung schwankt von Tag zu Tag. Sie folgt der Preisentwicklung selbst. Abwärts macht Hoffnung, aufwärts dämpft diese. Viele Leser wurden vom Preisanstieg der letzten Wochen überrascht. Er deckt sich nicht mit dem, was Medien derzeit glauben machen. Sie befördern eher die Erwartung auf weiter fallende Heizölpreise. Der Einfluss der Euroentwertung wird dabei systematisch unterschätzt.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal mehr. Das deckt sich recht gut mit dem Verhalten der Käufer. In der kalten Jahreszeit kommen allerdings viele Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Wer als ein solcher weiterhin auf fallende Preise spekuliert, braucht starke Nerven und einen ausreichend gefüllten Tank. Das Auftreten eines neuen Preistiefs in diesem Winter ist alles andere als sicher.

Die Preistrends weisen in den längerfristigen Bereichen abwärts. Nur der kurzfristige Bereich zeigt seitwärts. Die Konstellation kann man noch als Einladung zur Spekulation auf einen erneuten Abgang interpretieren. Zwingend ist das nicht. Vermutlich wird demnächst der Trend in der 12-Monats-Ansicht ebenfalls auf seitwärts gewechselt werden müssen. Dessen ungeachtet weisen wir darauf hin, das Heizöl im Vergleich der letzten Jahre weiterhin sensationell günstig ist.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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