Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise kommen vom hohen Ross runter

Internationaler Markt

An den Ölbörsen entspannt sich die Lage. Real hat sich in den letzten Tagen wenig geändert. Die großen Konfliktherde, Irak, Ukraine, Libyen, iranisches Atomprogramm, ruhen wie Blindgänger aus einem Krieg. Sie können jederzeit hochgehen. Wenn alles gut geht, explodieren sie nicht und werden vergessen. Damit ist der Kern der geopolitischen Randbedingungen hinreichend beschrieben.

Den Ölpreisen tut das gut. Sie geben nach, allerdings mit weit weniger Dynamik als im Moment ihres Aufstiegs. Sollten die Blindgänger nun alle blind bleiben, ließe sich die Entwicklung der Ölnotierungen weiterhin als seitwärts gerichtet interpretieren. In dem Fall wäre mit einer nennenswerten Entspannung der Preise zu rechnen. Damit ist der Kern der aktuellen Börsenpsychologie benannt.

Fundamentale Unterstützung im Sinne der Verbraucher kommt über eine Vielzahl von Konjunkturdaten herein. Insbesondere die für die USA enttäuschen mehrheitlich. Ganz aktuell kommt sogar eine bärische Note aus dem Irak. Ölminister Luaibi lässt verlauten, dass der ISIS-Terror keinen Einfluss auf die Ölexporte hat. Er kündigt steigende Lieferungen an.

Heute Morgen tendieren die Ölnotierungen weiter abwärts. Die Tonne Gasöl kostet 923,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 105,53 Dollar und in London zu 112,96 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3625 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben wieder nach. Die Vorgabe dazu kommt von den internationalen Ölbörsen. Die Marke von 80 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt bei 3.000 Liter Liefermenge ist mittlerweile unterschritten.

Der Binnenmarkt liegt im Koma. Bestellungen kommen nur in medizinischen Dosen herein, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Experimente mit mehr oder weniger hoch rabattierten Preisen vermögen keine Kauflust zu wecken, da sie die zuvor aufgelaufenen Preiserhöhungen nicht annähernd annullieren können. Vermeintlich billige Preise dienen allenfalls zur Differenzierung unter den Heizölhändlern.

Unser mathematisches Tiefpreis-System steht weit von jedwedem Kaufsignal entfernt. Ein Kaufgrund ist derzeit allenfalls die momentane Freude über etwas Preisnachlass im Zusammenhang mit einem leeren Tank. Unsere Leser schätzen die kurzfristige Preisentwicklung mittlerweile sehr positiv ein. Daraus folgt, dass kaum jemand aus Sorge vor einer Eskalation der geopolitischen Probleme Heizöl bestellt. Man riskiert es wieder, auf bessere Preise zu warten. Das ist aus unserer Sicht in Ordnung, wenn das weiterhin bestehende Eskalationsrisiko nicht verdrängt wird.

Der aktuelle Preisrückgang ist nach wie vor eine Gegenbewegung zum Aufwärtstrend der letzten zwei Wochen. Die Trends bleiben dabei intakt. Um sie zu brechen, bedarf es einer grundlegenden Änderung mindestens eines Krisenfaktors, zum Beispiel die Zerschlagung der ISIS im Irak. Das scheint utopisch zu sein. Anlass zur Hoffnung auf günstigeres Heizöl bietet allerdings die längerfristige Preisbetrachtung. Sie zeigt einen Abwärtstrend an. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise unter dem Niveau der letzten beiden Jahre liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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