Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise laufen Richtung Dreijahrestief

Internationaler Markt

Charttechnik ist ihre Waffe. Kursgewinn ist ihr Ziel. Gestern befanden sich Finanzjongleure in einer bemitleidenswerten Lage. Mit ihrer Waffe konnten sie nichts gegen die Übermacht des physischen Markts ausrichten. Diese wurde tags zuvor mit den US-Bestandszahlen stark bärisch beziffert. Darüber hinaus wiegt die Einschätzung, dass das Angebot die Nachfrage längerfristig übertreffen wird, schwer. Konkret drückt sich das beispielsweise in der Entwicklung der chinesischen Ölimporte aus. Diese stiegen auf Jahressicht um vier Prozent. Die nackte Zahl mutet bullisch an, zumal sich hinter ihr die größte absolute Verbrauchszunahme eines Landes verbirgt. Der Anstieg sinkt aber seit Jahren stetig. In dieser Ausprägung stellt er für das wachsende Angebot kein Problem dar. An den Börsen wird das Wort Knappheit in absehbarer Zeit schwer zu platzieren sein. Geschlagen geben sich die Finanzfighter deshalb nicht. Sie werden mit schwachem Geschütz weiterkämpfen und von Zeit zu Zeit Erfolge einfahren.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise gaben gestern wieder nach. Die Vorgabe kam überraschenderweise von den Ölnotierungen, für die wir eine Gegenreaktion erwarteten. Mit der Bewegung wurde der Abwärtstrend für die Heizölpreise bestätigt. Sein Kurs weist Richtung Dreijahrestief, das auf Sicht von sechs Monaten erreicht werden könnte. Der Binnenmarkt läuft ruhig. Es ist nicht zu erwarten, dass von ihm nennenswerte negative Preiseffekte ausgehen könnten. Die Perspektive für die kommenden Monate ist gedämpft freundlich. Die Dämpfung resultiert aus den üblichen Unwägbarkeiten des finanzmarktgeprägten Teils der Preisbildung. Der physische Markt könnte hingegen kaum besser sein. Aber Vorsicht vor falschen Erwartungen. Ein rasanter Preisrutsch ist in keiner Weise in der freundlichen Lagebeschreibung angelegt. Dazu sind die Aufwendungen für die Ölförderung zu teuer geworden. Wer auf tiefere Preise spekulieren möchte, findet eine erfolgversprechende Periode vor. Eine ausreichende Restmenge im Tank und die zeitnahe Verfolgung der Preisentwicklung sind dabei angeraten. Wer Spekulieren ablehnt, kann beherzt kaufen. Heizöl ist billiger als während der gesamten letzten zwei Jahre. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Diverse kleinere und mittlere Lieferstörungen
US-Notenbank pumpt weiterhin viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Bestandsdaten
Angekündigte Liefermengen aus der Nordsee
Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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