Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise legen flotte Wende hin

Internationaler Markt

Die Finanzszene will teureres Öl. Damit folgt sie nicht etwa einer Ratio, sondern ihrer gegenwärtigen Konditionierung durch Wirtschaftstheorien und Notenbanken. Insbesondere nach einem heftigen Preisverfall ist ihr Hunger riesig. In den letzten Wochen konnte sie ordentlich zubeißen, gegen die Rationalität des Realmarkts. Aus charttechnischer Sicht ist die Szene nun aber erstmal auf Futterentzug gesetzt. Das ist der Moment, in dem sie den Realmarkt wieder wahrnimmt.

Der bietet mit den US-Bestandsdaten einen schwer verdaubaren Stoff, der zu Übelkeit und Erbrechen führt. Bisher handelt es sich bei den Daten nur um eine Vorabmeldung. Die vermutlich bittere Wahrheit folgt erst am Nachmittag. In diesem Augenblick sind die Finanzleute bei Sinnen genug, um zu erkennen, dass auch andernorts, wo sie in ihrer Gier eine aufkommende Ölknappheit wähnten, Überfluss herrscht. Einzig in Libyen ist das Öl verloren. Dieser Knochen ist als Börsenobjekt aber abgenagt.

Aus menschlicher und politischer Sicht ist Libyen hingegen eine von diversen Katastrophen in der Welt. Das Land befindet sich im Krieg mit sich selbst und mit heimatlosen Terroristen. Seit dem Sturz Gaddafis ist die Staatsordnung dahin. Die Regierung fordert Waffen, um die Ordnung wiederherstellen zu können. Was für eine Forderung angesichts der Tatsache, dass dort mehr Waffen existieren als Gaddafis Armee jemals verwenden konnte. Der Waffenüberfluss ergoss sich mit der Destabilisierung unter westlicher Einflussnahme über die Regionen. Durch mehr Waffen wird die Einsicht, dass diese keine Lösung sind, kaum größer. Größer wird allenfalls die waffenstrotzende Region.

Es ist bemerkenswert, dass wir eine Zeit erleben, in der die Verbreitung von Waffen und Krieg in ölrelevanten Zonen nicht mehr als wirtschaftliche Bedrohung gewertet wird. Auch in diesem Punkt hat sich die Finanzszene vom realen Leben abgewendet. Sie ist im Wesentlichen auf Ausdrucksweisen der Notenbanken konditioniert. Die Notenbanken ihrerseits sorgen sich ständig um das Wohl der Banken.

Nachdem die Ölnotierungen in der Nacht ordentlich Federn ließen, dümpeln sie heute Morgen vor sich hin. Gleiches gilt für den Dollar. Dadurch starten die Heizölpreise mit satten Abschlägen in den Tag. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 566,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 50,47 Dollar und in London zu 59,37 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8757 Euro . Damit kostet der Euro 1,1419 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben ordentlich nach. Sie folgen damit einer Eingebung von Marktrealismus, den die Finanzszene in der Nacht hatte. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz macht den Effekt deutlich. Sie zeigt aber auch, dass der Aufwärtstrend immer noch eine stabile Angelegenheit ist, an dem nicht gerüttelt wird.

Das Bestellverhalten im Binnenmarkt ist mittelprächtig. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, zeigt das entsprechend an. Kaum dreht die Preisbewegung, blühen Hoffnungen auf mehr Abgang bei den Beobachtern auf. Die Lesereinschätzung zeigt das mit einer deutlichen Mehrheitserwartung für fallende Heizölpreise an. Gestern war die Mehrheit der Leser noch von steigenden Preisen überzeugt. Eine Minderheit der Beobachter nutzt den Moment zum Kauf. Die Mehrheit wird bei der nächsten Preiswende zuschlagen.

Die Beobachter, die auf tiefere Preise setzen, werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur noch in den längerfristigen Bereichen abwärts, wobei sie auch dort grenzwertig sind. Diese Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Heizölpreise nicht mehr nahe, die noch bestehende Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt in einer 55/45 Situation für Preisanstieg.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, der in den letzten Monaten aufgelaufen ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, können Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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