Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise mit Pickeln und Blasen

Internationaler Markt

Heerscharen von Marktbeobachtern werden nicht müde, die Ölpreise als überbewertet zu titulieren. Sie korrespondierten nicht mit der realen Versorgungslage. Nun sieht es allerdings so aus, als sollte ihr Insistieren Erfolg haben. Die Ölpreise fallen, wie hier am Beispiel der Gasölnotierungen, dem Basiswert für unsere Heizölpreise, zu sehen ist. Leider ziehen die Heizölpreise nicht in der üblichen Weise mit Gasöl mit.

Ursächlich ist ein starker Aufwärtsdrang des Dollars bzw. ein heftiger Fall des Euros. Den haben wir einem erneuten Eingriff der EZB (Europäische Zentralbank) zu verdanken. Das Institut tut alles dafür, einer freien Bewertung von Wertpapieren den Garaus zu machen. Jede verdächtige Form von Marktgeschehen wird mittlerweile mit einer Maßnahme bedacht. Aktuell handelt es sich um das Vorziehen der umstrittenen Anleihenkäufe, mit dem Ziel, den gewünschten Effekt nicht in einer eventuell auftretenden Sommerflaute verpuffen zu lassen. Die EZB macht Markt. Sie ist nach der FED (US-Notenbank) der zweitgrößte Spieler im globalen Geld- und Finanzsystem. Das hat nur noch in der Theorie etwas mit Marktwirtschaft zu tun. Real handelt es sich um eine Zentralbankverwaltungswirtschaft. Diese hat seit 2008 eine unfassbare Finanzblase entwickelt, deren Platzen noch unkalkulierbarer ist als die Explosion einer Atombombe über New York. Niemand hat eine Idee, wie diese Blase jemals auf sanfte Weise entfernt werden kann. So wird sie uns immer heftiger quälen.

Gegen diese Erscheinung ist die Blase der Ölpreise nicht mehr als ein Pickel, der reif ist ausgedrückt zu werden. Heute Morgen sieht es so aus, als sei man an der Ölbörse willens, die gestern begonnene Selbstreinigung fortzusetzen. Die Notierungen tendieren weiter abwärts. Bei genauer Betrachtung kann von Reinigung allerdings keine Rede sein, denn der eitrige Gehalt wird nicht entfernt, sondern in die Geldblase gedrückt. Der Dollar steigt weiter. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 589,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 58,22 Dollar und in London zu 64,22 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9025 Euro . Damit kostet der Euro 1,1081 Dollar .

Es gäbe noch einiges zum Realmarkt zu sagen. Da das für die Preisbildung aber bedeutungslos ist, wird es auf einen späteren Kommentar verschoben.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise tendieren abwärts, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Bewegt im besten Sinn des Wortes sind sie aber nicht. Daran werden sie durch Dollarmanipulationen gehindert. Die Preise stehen nach wie vor unter Kuratel einer bis über die Haarspitzen mit Geld bewaffneten Armee von Finanzjongleuren, die durch die Notenbanken leidlich gesteuert werden.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen kleckern verhalten herein. Nur die Hoffnung auf günstigeres Heizöl zeigt beherztes Leben. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem flotten Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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