Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise mucken auf

Der Abwärtstrend der Ölpreise ist intakt. Dennoch steigen die Preise kurzfristig. Auslöser der Gegenbewegung sind überraschend stark gesunkene Vorräte in den USA. Im Fokus stehen die Benzinlager, die in den letzten Monaten überdurchschnittlich gut gefüllt waren. Nachdem die Pegel zwei Wochen in Folge gesunken sind, ist die Bevorratung nun nur noch durchschnittlich. Zweifel am Paradigmenwechsel der US-Bürger, die ihre Sprit saufenden SUVs gegen sparsame Fahrzeuge tauschen möchten, sind angesichts des Bestandsrückgangs unangebracht. Das Hauptthema der Ölpreisbildung ist in diesen Tagen und in den kommenden Wochen die Frage nach der weltweiten Konjunkturentwicklung. Werden nach den USA und Europa auch die Schwellenländer schwach? Und wird ihr Öldurst damit gebändigt? Der Dollar hat seinen kräftigen Anstieg gegenüber dem Euro eingestellt. Das nun erreichte Niveau sollte den konjunkturellen Entwicklungen auf beiden Seiten des Atlantiks gerecht werden. Der Währungssprung der letzten Tage war eine Konsequenz der Erkenntnis, dass sich die europäische Wirtschaft nicht viel besser entwickeln wird als die amerikanische.

Die Zahlen, die DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zur wöchentlichen Entwicklung der US-Vorräte lieferten, sind in Gänze wenig berauschend. Bestechend ist lediglich die Übereinstimmung des Gesamtbilds, das aus den Daten beider Institutionen folgt. Die Zahlen lauten wie folgt:

Rohöl: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -6,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 8,5 Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit gibt DOE mit 86 Prozent an. Darin steckt ein erneuter Produktionsrückgang. Es darf vermutet werden, dass der schlechte Wert weniger eine technische Unzulänglichkeit widerspiegelt. Er wird eher dem kaufmännischen Kalkül folgen, dass sich ein Mehr nicht lohnt.

Um eine Idee über die weitere Preisentwicklung zu bekommen, ist es hilfreich, neben der Gretchenfrage nach der Konjunktur- und damit der Nachfrageentwicklung die Frage nach den Produktionskosten zu stellen. Die beliebte Frage nach der Verfügbarkeit oder der Reichweite der Ölvorräte ist hingegen wenig ergiebig. Öl wird es noch beliebig lange geben, weil es dem Boden zunehmend schwerer zu entlocken sein wird. Es werden immer Reserven erhalten bleiben, die theoretisch förderbar sind. Derzeit liegen die Kosten für das teuerste geförderte Barrel Öl zwischen 90 und 100 Dollar. Diese Kosten werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Es ist nicht lange her, da hatte man Öl, das mehr als 15 Dollar in der Förderung kostete, nicht angefasst. Billig zu förderndes Öl gibt es selbstverständlich immer noch. Weil das so ist, machen die Gesellschaften, die darüber verfügen, gigantische Gewinne. Für die Preisbildung ist aber das teuerste Öl relevant. Solange man selbst damit einen Gewinn machen kann, wird es gefördert. Bei einem Preis von 115 Dollar ist das der Fall. Sollte der Preis hingegen auf 100 Dollar oder darunter fallen, wird es nicht mehr gefördert. Dann schrumpft das Angebot. Wenn die Weltwirtschaft soweit heruntergefahren ist, dass das geringere Angebot ausreicht, würden die Preise nicht wieder steigen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist gering. Also ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Preise über 100 Dollar bleiben werden. Kurzfristige Abweichungen durch spekulative Untertreibungen sind möglich.

Wir können die Ölpreis bedingte Konjunkturbremse übrigens nur durch Maßnahmen auf der Verbrauchsseite lösen. Sie sind weitgehend bekannt. Sie werden aber immer noch zu wenig berücksichtigt. Es ist sehr bedenklich und eines Hochtechnologielandes unwürdig, dass der Primärenergieverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.

Ob die Preise bald wieder steigen oder ob sie weiter dem Abwärtstrend folgen, weiß niemand. Der kurze Anstieg ist kein Indikator für die langfristige Bewegung. Heute Morgen halten die Preise das gestern erreichte Niveau. Die Tonne Gasöl kostet 1.023,00 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 116,96 Dollar.

Unsere Heizölpreise ziehen als Folge der Weltmarktbewegung leicht an. Eine Tendenz lässt sich daraus nicht ableiten. Von der Spekulation auf einen weiteren Preisrückgang raten wird nicht ausdrücklich ab. Der Rohölpreis hat nach unserer Ansicht noch Abschlagspotenzial. Erfahrungemäß schlagen Trends allerdings um, wenn ihr Verlauf sehr sicher erscheint. Die Preisbildung ist spannend. Bleiben Sie entspannt. Wir helfen Ihnen mit unserem Preisalarm. Bei der Heizölbestellung müssen Sie nun Geduld mit bringen. Oft übersteigt die Lieferzeit drei Wochen, weil der Handel die Nachfrage kaum noch bewältigen kann. Der ungewöhnlich hohe Tankleerstand erzeugt einen enormen Nachfragesog.

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