Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise profitieren von hohen US-Lagerbeständen

Internationaler Markt

Generell scheint die in einem Teil der Wirtschaft hervorgerufene Freude über die expansive Geldpolitik der EZB wieder zu verfliegen. Einige Marktteilnehmer glauben sogar, dass die angekündigten Maßnahmen zu schwach sein könnten, den europäischen Markt anzuschieben und die Inflation nachhaltig zu erhöhen. Der geneigte Heizölkunde weiß es besser. Die Ankündigungen hatten einen starken preistreibenden Einfluss auf die Heizölpreis-Entwicklung. Der Gedanke an Nachhaltigkeit erscheint im Zusammenhang mit dem Finanzsystem allerdings absurd. Kaum hatte sich der Euro nach seiner Talfahrt stabilisiert, tauchen nun weitere kursdrückende Probleme auf. Zum einen belasten die Abspaltungstendenzen Schottlands die EU und damit auch den Euro-Raum. Zum anderen erklärte Frankreich doch deutlicher als zuletzt angenommen die Euro-Schuldengrenze zu überschreiten. Aufgrund dieser Nachrichtenlage erscheint eine kurzfristige Erholung des Euros als unwahrscheinlich. Ein tieferer Euro bedeutet allerdings teureres Heizöl.

Ganz anders verhielten sich die Ölbörsen. Die wöchentliche Veröffentlichung der US-Ölbestände ließ die Ölpreise fallen. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die US-Bestandsdaten zuständigen Institutionen, legten folgende Zahlen zur Veränderung der Bestände gegenüber der Vorwoche vor:

Rohöl: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +4,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 5,5 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf beachtliche 94 Prozent. Die eindeutig preissenkenden Bestandsdaten schickten die Ölnotierungen auf neuerlichen Tiefstand.

Der Negativschub war so stark, dass wieder Tiefstände bei den Ölpreisen erreicht wurden, welche die schlechten Entwicklungen am Devisenmarkt wettmachen und sogar überkompensieren. Die starke Reaktion auf die Meldungen beruhte im überwiegenden Teil auf die Überraschung an den Märkten, die einen stärkeren Abbau beim Rohöl und einen viel geringeren Aufbau bei den Produkten Heizöl, Diesel und Benzin erwartet hatten. Technische Verkäufe schlossen sich an. Diese technischen Verkäufe könnten aufgrund des starken Ausschlages im laufenden Tag revidiert werden. Außerdem tagen heute die Ölminister der OPEC. Diese könnten sich zu den niedrigen Ölpreisen entsprechend äußern. Eine preistreibende Quotenreduzierung ginge damit allerdings noch nicht einher.

Die Märkte reagieren heute Morgen so gut wie gar nicht, sondern verharren auf dem Schlussniveau von gestern. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 833,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 91,53 Dollar und in London zu 97,97 Dollar gehandelt. Der Euro steht gegenüber dem US-Dollar bei 1,2911 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise fallen weiter. Die Ölpreis-Entwicklung der letzten Tage und insbesondere die von gestern machen es möglich. Der Euro bleibt schwach, aber einigermaßen stabil. Er kann nichts für einen günstigeren Heizölpreis beitragen.

Der Binnenmarkt zieht wieder merklich an. Die Kaufzurückhaltung, die durch die aktuelle Euro-Schwäche eingetreten war, nimmt ab. Die Lieferzeiten sollten sich aber hiervon noch unbeeindruckt zeigen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für gut halten.

In der Entwicklung erwarten unsere Leser mehrheitlich sinkende Preise. Der Wert von 84 % ist relativ hoch. Dennoch hat sich ein großer Teil des zu erhoffenden Abschwungs bereits gestern Abend und heute Morgen in den aktuellen Heizölpreisen realisiert.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser. Viele Kunden beurteilen die Preise sinnvollerweise im wirtschaftlichen und politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. Innerhalb des Aufwärtstrends weist die aktuelle Entwicklung aber steil abwärts. So geht es normalerweise nicht lange weiter. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Aus dem längerfristigen Trend wird allerdings deutlich, dass die Hoffnung auf günstigere Preise grenzwertig ist. Sie verliert ihr solides Fundament. Wir gehen davon aus, dass wir einen guten Moment für einen Heizölkauf erreicht haben. Es bleibt festzuhalten, dass der aktuelle Heizölpreis deutlich günstiger ist als in den letzten Jahren.
Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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