Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise reagieren kaum auf fallende Ölbörsen

Internationaler Markt

Die wilden Schwingungen der Ölnotierungen wurden am Freitag fortgesetzt. Zum Wochenabschluss fielen die Preise erneut in die Nähe des Jahrestiefs, das im Wochenverlauf erreicht wurde. Das gilt nur für den Weltmarkt. Die Preise im Binnenmarkt können frühere Jahrestiefststände aufgrund des starken Dollaranstiegs unter plausiblen Umständen nicht mehr erreichen.

Die Ölpreisbildung an den Börsen wird weiterhin von chaotisch wechselnden Einschätzungen über Krieg und Frieden in der Ukraine und in anderen, üblicherweise ölreichen Teilen der Welt geprägt. Daraus folgen nicht minder wechselnde Einschätzungen über Rezession und Wachstum in der Eurozone sowie über mehr oder weniger starke Konjunkturentwicklungen in den wichtigen Industrieländern. Das Ganze spielt sich vor dem Hintergrund einer unverhofft guten Versorgungslage ab, die noch einige Zeit andauern dürfte. Genauso überraschend wie sie eines Tages auftrat, wird sie in ein paar Jahren wieder verschwinden. Der Ölmarkt pendelte in seiner Geschichte ständig zwischen Über- und Unterversorgung.

Verlässlicher wird nach Lage der Dinge der Dollaranstieg sein. Die ersten Impulse dazu gab die amerikanische FED mit ihrem Ausstieg aus der Politik des extrem lockeren Geldes. Die Fortsetzung wird nun von der EZB besorgt, die in eben diese extrem lockere Geldpolitik einsteigt. Damit wird der weitere Euroverfall Programm der Notenbank, die sich vor allen Dingen über eine zu geringe Inflation mokiert. Die in Euro notierten Öl- und Gaspreise werden auf diese Weise definitiv zur Steigerung der Inflation beitragen. Rettung wäre allenfalls von einem wahren Verfall der Ölnotierungen zu erwarten. An den wagen wir aber nicht zu glauben.

Heute Morgen ist eine kleine Gegenbewegung zum starken Abgang der Ölnotierungen zu beobachten. Ein Tagestrend ist daraus nicht ableitbar. Anders sieht es beim Dollar aus. Er holt den kleinen Verlust vom Freitag rasant auf. Diesen Umstand kann man durchaus als Tagestrend und darüber hinaus prognostizieren. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 855,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,51 Dollar und in London zu 100,92 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7732 Euro . Damit kostet der Euro 1,2933 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bleiben nach der Euroabwertung trotz des starken Abgangs der Ölnotierungen auf einem höheren Niveau, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Zudem mussten wir die Steilheit des zuvor schwachen Aufwärtstrends steigern.

Im Binnenmarkt ist nun eine gewisse Zurückhaltung der Kunden zu bemerken. Die zuletzt guten Auftragseingänge sorgen zwar noch für längere Lieferzeiten als üblich, sie werden aber in Kürze zur Normalität zurückkehren. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise immerhin noch für gut halten. Zuletzt wurden sie über viele Tage hinweg für als sehr gut empfunden.

Die Preisentwicklung schätzen unsere Leser jetzt mehrheitlich pessimistisch ein. Das kommt sehr selten vor. Die EZB drehte die Stimmung offensichtlich grundlegend. Wer dennoch auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen. Gegen den steigenden Dollar zu wetten, ist mutig bis übermütig. Zudem sollten die Kriege an verschiedenen ölrelevanten Orten der Welt trotz aller Beruhigungspillen, die hier verabreicht werden, nicht unterschätzt werden.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Damit liegt ein unvereinbarer Widerspruch zur Erwartung der Leser vor, die bald Heizöl benötigen, aber kein Kaufsignal erwarten. Viele Kunden beurteilen die Preise sinnvollerweise im wirtschaftlichen und politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends noch intakt. Aus dem längerfristigen Trend wird allerdings deutlich, dass die Hoffnung auf günstigere Preise grenzwertig ist. Sie verliert ihr solides Fundament. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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