Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise sägen am kurzfristigen Aufwärtstrend

Internationale Markt

Nun bewegen sie sich wieder, die Kurse an den Börsen. Der Dollar gewinnt, Öl verliert. Zeitlich geschah das gestern tatsächlich in dieser Reihenfolge. Trotzdem ist die Frage, wer wen treibt, ein Henne-Ei-Problem. Interessanter als diesem auf den Grund zu gehen, sind die Resultate des Tages. Im Dollarchart wird der Aufwärtstrend klar bestätigt. Der Rohölchart für die Sorte Brent lässt noch offen, ob die Bewegung abwärts tendiert oder an der unteren Grenze eines Seitwärtstrends abprallt. Mit dem Gasölchart bleibt indes kein Zweifel an einem intakten kurzfristigen Abwärtstrend. Gestern wurde ein 12-Monats-Tief erreicht. Man erkennt allerdings auch, dass die in Euro umgerechneten Notierungen deutlich von einem solchen entfernt sind. Hier lag das Tief Anfang April, also in der Zeit da der Dollar am Wechsel von abwärts zu aufwärts arbeitete.

Wenn erklärende Geschichten zu den Kursbewegungen erzählt werden wollen, dann muss beim Dollar die US-Wirtschaft herhalten. Gestern wurden gute Daten geliefert. Das gilt auch für die Eurozone. Insofern relativiert sich die Erklärung. Immerhin passt sie zum Kursverhältnis für den Renminbi. Aus China kamen nämlich schlechte Wirtschaftszahlen.

Die Ölnotierungen wurden einmal mehr vom guten Angebot am Weltmarkt geleitet. Bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet die Kriegsländer Irak und Libyen mit ihrem Öl Druck machen. Der Irak konnte seine Exporte im Juli sogar steigern. Die Übernahme zweier Ölfelder und einer Raffinerie durch die Terrortruppe Islamischer Staat schadet dem Angebot nicht. Die Produktionsmengen der Ölfelder sind vergleichsweise gering. In Libyen ringt man weiterhin um Käufer, die Öl aus zwei Häfen, in denen die Lagertanks randvoll sind, abholen mögen. Solange das angebotene Öl nicht abgenommen wird, kann kein weiteres aus der Erde gepumpt werden. Hier sind Ursache und Wirkung eindeutig.

Gestern Abend kamen die Ölnotierungen von ihren Tagestiefs zurück. Heute Morgen halten sie ihr Niveau. Charttechnisch könnte das auf den Beginn einer Gegenbewegung hindeuten. Insgesamt bleiben die Trends zwischen seitwärts und abwärts bestehen. Anders sieht es beim Dollar aus. Er steigt. Die Tonne Gasöl kostet 874,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,56 Dollar und in London zu 104,93 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7484 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Noch spielt sich die Bewegung im Rahmen des kurzfristigen Aufwärtstrends ab. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz erahnt man aber schon sein Ende. Die anderen Zeiteinstellungen machen deutlich, dass die Situation nicht bullisch ist.

Der Binnenmarkt ist mittelmäßig belebt. Bestellungen kommen ordentlich aber nicht stürmisch herein. Die Rabatte in den Preisen sind entschärft. Wir reden hier von einer Rücknahme um ein Prozent. Kunden werden den Effekt kaum wahrnehmen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren sie mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „akzeptabel“ halten.

Unsere Leser lassen sich von den bedrohlich wirkenden Meldungen zur geopolitischen Lage nicht beeindrucken. Sie schätzen mit deutlicher Mehrheit, dass die Heizölpreise nachgeben werden. Die hier ausgedrückte Zuversicht ist die Information, die die Aussage des Schwarm-O-Meters verständlich macht. Wenn tiefere Preise erwartet werden, können die aktuellen Preise nicht als gut bewertet werden, auch wenn sie tiefer sind als zuvor. Wer auf Preisabgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit Kaufverhalten und Preiseinschätzung der Kunden. Die Preise sind aber allemal besser, als das Urteil nahe legt. Sie sollten immer im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten werden. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten zwei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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