Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise schon wieder auf Linie

Internationaler Markt

Der Ölpreis fällt in einer Weise, die dem nicht eingeweihten Marktbeobachter den Eindruck vermittelt, dass hier eine Überschussware verramscht wird. Es wäre falsch, ein solches Ausverkaufsbild als Erklärung für die aktuellen Vorgänge zu akzeptieren. Öl gibt es momentan zwar im Überfluss. Der Rohstoff ist nach gegenwärtiger Auffassung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe gleichwohl der erste unter den fossilen Energieträgern, der aufgrund der stetig steigenden Nachfrage in einigen Jahrzehnten knapp wird. Diese Auffassung kollidiert mit der Preisentwicklung.

Die OPEC unternimmt derzeit nichts gegen den Preisverfall. Ihre Mitgliedsländer mit den niedrigsten Förderkosten lehnen es ab, Mengen zurückzuhalten, weil dies die Marktchancen anderer Lieferanten verbessern würde. Das deutet auf eine Entsolidarisierung hin, die dem Sinn des Kartells zuwiderläuft und es zu sprengen droht. Während früher bestimmte Preisgrenzen definiert wurden, bei denen in den Markt eingegriffen wird, ist es nun erklärte, aber keinesfalls gemeinsam entwickelte Politik, die Preisbildung geschehen zu lassen. Damit ist die Hoffnung verbunden, nach und nach Anbieter mit höheren Förderkosten aus dem Markt zu drängen. Dieser Ansatz richtet sich gegen alle Wettbewerber, OPEC-Mitglieder und Nicht-OPEC-Länder.

Hier deutet sich ein häufig zu beobachtender Effekt kapitalistischen Wirtschaftens an. Das Streben nach Dominanz einzelner Marktteilnehmer zerstört die sichere Funktion des Markts. Möglich wurde die gegenwärtige Entwicklung durch zuviel Geld, das jedwede Korrespondenz zu einer natürlichen und sinnvollen Beschränkung vermissen lässt. Ähnliche Entwicklungen sind in den kommenden Jahren im Bereich der von US-Unternehmen dominierten Internetwirtschaft zu erwarten.

Preislich ist die aktuelle Situation ein Ausnahmefall. Versorgungstechnisch herrscht hierzulande hingegen Normalität. Das betrifft vor allen Dingen den Bezug von Öl. Die wichtigsten Lieferanten Deutschlands sind Russland, Norwegen, Großbritannien, Nigeria, Kasachstan, Aserbaidschan, Algerien und Libyen. Der Bezug aus Russland hat sich trotz anders lautender politischer Signale kaum geändert. Norwegen nahm vielen kleinen Lieferanten deutliche Marktanteile ab und liefert mehr Öl als im letzten Jahr. Großbritannien ist kein Lieferant im Sinne eines Produzenten, da das Land seinen Eigenbedarf nur zur Hälfte selbst decken kann. Hier handelt es sich vielmehr um einen Zwischenhändler. Die weiteren genannten Länder erweisen sich mit Ausnahme Libyens als recht sichere Instanzen für unsere Versorgung. Wenn Libyen gerade mal lieferfähig ist, werden ordentliche Mengen abgenommen. Das ist aber immer weniger der Fall. Aufgrund der breiten Streuung der Bezugsländer ist die Versorgung insgesamt sicher. Die großen Namen der Ölwelt, Saudi Arabien, Iran, Irak, Kuwait sowie USA und Kanada spielen für die Versorgung Deutschlands übrigens keine nennenswerte Rolle.

Heute Morgen herrscht an der Preisfront, der militärische Ausdruck ist angesichts des Preisschlachtens angebracht, business as usual. Nach kurzer Pause tendieren die Notierungen wieder abwärts. Zur Stunde kostet die Tonne Gasöl 541,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 54,71 Dollar und in London zu 59,71 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8024 Euro . Damit kostet der Euro 1,2462 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise sind wieder auf Linie, das heißt, sie folgen streng dem Abwärtstrend. Es ist nach wie vor kein Ende des Preisabsturzes in Sicht. Mittlerweile ist das Durchstoßen eines Fünf-Jahres-Tiefs nicht mehr fern.

Am Binnenmarkt wird momentan sehr gut gekauft. Der Handel benötigt für die eine oder andere Lieferung wieder etwas mehr Zeit als üblich. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht mal wieder ganz oben. Gestern wurde der kaum erschütterbare Glaube an noch günstigeres Heizöl ein wenig verunsichert. Das führte prompt zum Handeln vieler Kunden in Wartestellung. Sie sahen ihren Moment gekommen. Dadurch entwickelt sich gerade eine Kaufwelle. Spekulativ eingestellte Leser, die noch mehr Preisabgang erwarten, gibt es gleichwohl immer noch zuhauf.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird durchaus angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters immer wieder möglich sein. Es ist allerdings Respekt vor dem Wahnsinn der Ölbörse geboten. Da wird alles andere als Logik gehandelt. Derzeit ist die Preisbildung wieder sehr stark von der wirren Psychologie der Finanzszene geprägt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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