Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise sind eingeschlafen

Internationaler Markt

Sie liebt uns, sie liebt uns nicht … Nach diesem Motto purzeln fast täglich Wirtschaftsdaten herein. Heute liebt uns die Konjunktur wieder. USA, China, Europa, Deutschland, alle werden mit wunderbaren Zahlen beglückt. Die für die USA müssen als Grund für die erneute Dollarstärke herhalten. Die für Europa können den Schwächeanfall des Euros nicht verhindern. Verhindern kann der Dollarauftrieb indes eine Teuerung der Ölpreise, die angesichts der Konjunktureuphorie logisch wäre. Wachstum fordert Öl, mindestens denkt man in der Finanzszene, dass einige Finanzjongleure so denken. Denken sie nicht. Sie meinen, wenn der starke Dollar Öl außerhalb der USA verteuert, muss es billiger werden, damit uns die Konjunktur nicht ihre Liebe entzieht. So handeln sie dann auch.

Hilfreich für diese Einstellung sind die steigenden Temperaturen in den USA. Damit ist die Winternachfrage, die es in diesem Jahr in sich hatte, beendet. Hilfreich sind auch die vollen Lagertanks und die bärenstarke Ölförderung. Alles zusammen veranlasst die Preisflüsterer von Goldman Sachs zur Wiederholung ihrer Tiefpreisprognose mit einem Kursziel deutlich unter den aktuellen Notierungen. Vielleicht klappt es ja dieses Mal. Die letzten Vorhersagen waren allesamt neben der Spur.

Die Geldschieber hätten auch die konträre Karte ziehen und sich dabei auf einige vom IS zerstörte Ölfelder in Libyen und im Irak berufen können. Sie hätten abermals den Untergang der schönen, neuen Ölwelt in den USA mit dem weiteren Rückgang der Explorationsbohrungen bejammern können. Das machen sie nicht. Diese Themen verhagelten ihnen zuletzt ihre Prognose. Da macht es Sinn, nun mit aller Macht noch einmal die Gegenrichtung zu bewerben, um dann endlich wieder als Vorreiter der Preisbildung zu agieren.

Heute Morgen zeigen die Ölnotierungen an den Börsen merkwürdige Zuckungen. Eine Tagestendenz lässt sich daraus nicht ablesen. Der Dollar gibt ein wenig nach. Nach extrem starkem Anstieg, der übrigens den Rückgang der Heizölpreise verhinderte, ist das zu erwarten. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 577,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 49,59 Dollar und in London zu 59,49 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9203 Euro . Damit kostet der Euro 1,0866 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise verharren fast unbewegt. Die Zeit treibt sie somit seitwärts. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt allerdings auch, dass der Trend nach wie vor aufwärts gerichtet ist. Seitwärts ist allenfalls die aussichtsreiche Nachfolge des aktuellen Trends. Wenn das so kommen sollte, ist damit allemal ein gutes Niveau gemessen an den Preisen der letzten Jahre erreicht. Das zeigt ein Blick auf die 60-Monats-Ansicht.

Der Binnenmarkt ist frühjahrsmüde. Bestellungen kommen mäßig. Hoffnungen auf tiefere Preise sind noch vorhanden. Das Markt- und Preisgeschehen zu verfolgen, ist aber kein Massenphänomen mehr unter Ölheizern. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem mittleren Wert für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben ein paar Spontankäufern sind noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt weiterhin in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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